Europäische Märkte stabilisieren sich nach anfänglichen Verlusten
Der europäische Aktienmarkt konnte am Dienstag seine Verluste bis zum Handelsende weitgehend eingrenzen, inspiriert von einer positiven Entwicklung an der Wall Street, wo der Dow Jones Industrial schließlich ins Plus drehte. Der weiterhin virulente Handelskonflikt zwischen den USA und China bleibt jedoch ein belastender Faktor. Trotz gesprächsoffenen Signalen scheint keine der Parteien derzeit kompromissbereit, wie Christian Henke, Analyst bei IG Markets, feststellte.
Der EuroStoxx 50, als führender Index des Euroraums, verzeichnete einen leichten Rückgang um 0,29 Prozent und schloss bei 5.552,05 Punkten. Auch der französische Cac 40 konnte seine Verluste bedeutend reduzieren. In Frankreich sorgte überraschend Premierminister Sébastien Lecornu für Bewegung auf dem Anleihemarkt, indem er die umstrittene Rentenreform des Präsidenten auf Eis legte. Das Hinauszögern der Anhebung des Rentenalters auf 64 Jahre wird als Konzession an die Sozialisten gewertet, deren Unterstützung für die Verabschiedung des Haushalts entscheidend ist.
Außerhalb des Euroraums ging der Schweizer SMI um 0,40 Prozent auf 12.434,81 Zähler zurück, wohingegen der britische FTSE 100 in einem späten Aufschwung ein Plus von 0,10 Prozent auf 9.452,77 Punkte erreichte.
Eine herausragende Entwicklung war bei den Telekomwerten zu beobachten, angeführt von einem beeindruckenden Kurssprung der Ericsson-Aktien um 18 Prozent. JPMorgan hob hervor, dass die Margenentwicklung des Unternehmens deutlich besser war als erwartet. Auch die Aktien von Nokia legten um 4,3 Prozent zu. Im Gegensatz dazu stand der Autosektor unter Druck; Michelin verzeichnete nach einer unerwartet starken Gewinnprognosesenkung einen Kursrutsch um nahezu 9 Prozent.
Im Ölsektor, der ebenfalls schwächer notierte, fielen die BP-Aktien um 1,3 Prozent. Trotz gesteigerter Produktion an Öl und Gas im dritten Quartal gab der britische Konzern bekannt, dass die Gewinne im Ölhandel enttäuschend ausfallen dürften.

