Europäische Christdemokraten fordern Stärke der EU im Handelsstreit mit den USA
Die Europäische Union steht im aktuellen Handelsstreit mit den USA vor einer Bewährungsprobe: Manfred Weber, der Vorsitzende der Europäischen Christdemokraten, fordert unmissverständlich, den Forderungen von US-Präsident Donald Trump mit Entschlossenheit entgegenzutreten. "Die EU lässt sich von Trump nicht herumschubsen", unterstrich Weber in einem Interview mit der Funke Mediengruppe, und betonte, dass die EU bereit sei, Verhandlungen auf Augenhöhe zu führen. Die wirtschaftliche Bedeutung der EU mit einem Anteil von 22 Prozent an der Weltwirtschaft bildet dabei eine starke Verhandlungsbasis gegenüber den 25 Prozent der USA.
Die jüngste Ankündigung eines umfassenden Zollpakets durch Trump bezeichnete Weber als einen schwarzen Tag und einen erheblichen Fehler des amerikanischen Präsidenten. Doch sieht er in dieser Herausforderung auch eine Gelegenheit: "Aber aus Fehlern wird man lernen, auch aus diesem."
Europa könnte sich nun als Vorreiter fairer Handelsbeziehungen profilieren, wenn es, so Webers Forderung, das Mercosur-Abkommen mit Südamerika erfolgreich abschließt und einen neuen Handelsvertrag mit Indien in Angriff nimmt. Diese neuen Handelsabkommen würden ein klares Signal als "Anti-Trump-Abkommen" setzen.
Gleichzeitig mahnt Weber zur Vorsicht in der Beziehung mit China, das nach seiner Ansicht von einer alternativen Weltordnung träumt. Er sieht in der Volksrepublik kein nachhaltiges Zukunftsmodell und warnt davor, die USA als führende Welthandelsmacht durch China ersetzt zu sehen.

