Europäische Börsen im Rückwärtsgang: Handelsstreit sorgt für Unruhe
Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag mit Verlusten auf die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump reagiert. In einem Interview mit NBC News äußerte Trump seine Absicht, pauschale Strafzölle von 15 oder 20 Prozent auf Importe aus den meisten Partnerländern zu erheben. Besondere Aufmerksamkeit erregte seine Ankündigung, dass die Europäische Union demnächst ein entsprechendes Schreiben erwarten könnte.
Diese Entwicklungen verunsicherten die Anleger, konstatiert Marktexperte Andreas Lipkow. Besonders vor dem Wochenende möchten Investoren keine risikoreichen Positionen eingehen. Als Resultat rutschte der EuroStoxx 50 um 1,01 Prozent auf 5.383,48 Punkte ab, kann aber trotz dieser Talfahrt einen Wochengewinn von 1,8 Prozent vorweisen.
Währenddessen gab der SMI in der Schweiz um 1,60 Prozent auf 11.937,42 Punkte nach. Der britische FTSE 100 verlor 0,38 Prozent und notierte bei 8.941,12 Punkten, obwohl er kürzlich ein Rekordhoch verzeichnet hatte. Die Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung im Zollstreit mit den USA, die zuletzt für Auftrieb gesorgt hatte, hat mit Trumps jüngster Entscheidung, Zölle von 35 Prozent auf kanadische Produkte zu erlassen, einen erheblichen Dämpfer erhalten.
Zwar ist das angekündigte Schreiben an die EU noch nicht eingetroffen, doch die Ungewissheit bleibt bestehen. Lipkow sprach von einer "Holzhammerpolitik", die wenig Gutes verheißt.

