Europäische Aktienmärkte stabilisieren sich mit Vorsicht
Nach einem Rücksetzer der letzten Tage haben sich die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch etwas gefangen. Die Investoren wagten sich erneut in den Markt, wenngleich mit gebotener Zurückhaltung. Rückenwind erhielten die Börsen von den sinkenden Anleiherenditen, insbesondere durch die fallenden Zinsen bei französischen Staatsanleihen. Zuvor hatten steigende Renditen, bedingt durch die hohe Staatsverschuldung Frankreichs, die Aktienkurse stark belastet.
Der EuroStoxx 50, das wichtigste Börsenbarometer der Eurozone, legte um 0,64 Prozent zu und erreichte 5.325,01 Punkte. Zuvor war der Index auf seinen tiefsten Stand seit fast vier Wochen gesunken. Auch außerhalb der Eurozone waren positive Signale zu verzeichnen: Der Schweizer SMI kletterte um 0,92 Prozent auf genau 12.200 Punkte, während der britische FTSE 100 um 0,67 Prozent auf 9177,99 Punkte stieg.
Im breiten Stoxx Europe 600-Index, der zuvor fast nur Verlierer gezeigt hatte, überwogen am Mittwoch deutlich die Gewinner. Von den 19 Sektoren konnten 14 im Plus schließen. Besonders hervorzuheben sind die Zuwächse im Pharmasektor. Auch der Technologiesektor verzeichnete Gewinne, beflügelt von positiven Nachrichten zu Google. Der Mutterkonzern Alphabet konnte an der Nasdaq kräftig zulegen, nachdem ein US-Gerichtsurteil die von der Regierung geforderte Zerschlagung ablehnte. Das Gericht entschied, dass Google nicht gezwungen werde, sich von Chrome und Android zu trennen.
Jedoch zählten die Versicherungswerte zu den schwächeren Sektoren Europas. Gewinnmitnahmen sind hier seit einem Rekordhoch von vor fast zwei Wochen das vorherrschende Bild. Auch die Aktien von Swiss Life zeigten nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen Schwäche und verloren im SMI-Index ein gutes Prozent.

