Europäische Aktienmärkte profitieren von Technologie-Euphorie und positiver Konjunktur
Die führenden Aktienmärkte in Europa verzeichneten am Donnerstag einen moderaten Anstieg. Grund hierfür waren überraschend positive Ergebnisse des taiwanesischen Chipherstellers TSMC, der sowohl gute Zahlen als auch einen vielversprechenden Ausblick präsentierte. Diese Impulse wurden durch günstige Konjunkturdaten aus der Eurozone und den USA verstärkt. Auch US-amerikanische Finanzgiganten wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und Blackrock überzeugten mit positiven Geschäftszahlen.
Im Verlauf des Handels erreichte der EuroStoxx 50 ein neues Rekordhoch und schloss mit einem Gewinn von 0,60 Prozent bei 6.041,14 Punkten. Auch der britische FTSE 100 legte um 0,54 Prozent zu und erreichte 10.238,94 Zähler, während der schweizerische SMI einen leichten Anstieg von 0,09 Prozent auf 13.476,32 Punkte verzeichnete.
Auffallend war die positive Entwicklung der Industrieproduktion in der Eurozone, die im November die Erwartungen übertraf. Ebenso zeigte die deutsche Wirtschaft nach zwei Jahren der Rezession 2025 ein leichtes Wachstum und hegt Optimismus für das kommende Jahr. Besonders stark zeigten sich Technologiewerte, die von der Euphorie in der Halbleiterbranche profitierten, angestoßen durch die Wachstumsziele von TSMC, die ihre Investitionen für die kommenden Jahre signifikant erhöhen wollen.
Besonders stachen die Aktien von ASML an der Amsterdamer Börse hervor, die ein beeindruckendes Plus von 6,0 Prozent erzielten. Als führender Hersteller von Lithographie-Maschinen, die essenziell für die Produktion von Halbleitern sind, erreichte ASML eine Marktkapitalisierung von über 440 Milliarden Euro und damit den höchsten Börsenwert in Europa.
Hingegen konnten der Luxussektor und speziell die Aktien von Richemont nach anfänglichen Gewinne nicht überzeugen. Der schweizerische Schmuck- und Uhrenkonzern verzeichnete zwar im dritten Quartal ein starkes Umsatzwachstum, doch Bedenken wegen negativer Währungseffekte und gestiegener Rohmaterialkosten beeinträchtigten die Aktienentwicklung, was zu einem Rückgang von 2,4 Prozent führte. Auch Kering-Aktien verloren 3,2 Prozent.
Auch die Ölwerte standen unter Druck. Die Hoffnungen auf das Ausbleiben eines US-Militärschlags gegen den Iran führten zu einem deutlichen Rückgang der Ölpreise. Laut Jochen Stanzl, Marktanalyst der Consorsbank, nahmen die Anleger über Nacht eine plötzliche Neubewertung der geopolitischen Risiken vor, was zu niedrigeren Preisen für Öl und Edelmetalle führte.

