Euro zeigt Dellen und Trump mischt mit neuen Zöllen auf
Der Euro schwächelt im Montagshandel leicht und wurde am Nachmittag mit 1,1743 US-Dollar gehandelt, nachdem er am Morgen noch höher notiert hatte. Die Europäische Zentralbank sah den Referenzkurs bei 1,1728 Dollar – ein Rückgang seit Freitag. Der Dollar dagegen legte gegenüber anderen Leitwährungen zu, was den seit Längerem schwelenden Handelskonflikt zwischen den USA und der EU erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt.
US-Präsident Donald Trump ist wieder im Zollesenzen, und das mit Ankündigungen von möglichen Zöllen oder Handelsvereinbarungen, die an eine Reihe von Ländern adressiert sind. Bis zu 15 Nationen sollen bis Mittwoch ins Bild gesetzt werden, und wenn es zu neuen Zöllen kommt, sollen diese Anfang August ihre Wirkung entfalten, so Handelsminister Howard Lutnick.
Darüber hinaus verlief ein Telefonat zwischen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Trump konstruktiv. Bedeutende Fortschritte seien erzielt worden, verkündete ein EU-Kommissionssprecher. Sollte es dennoch zu keiner Einigung kommen, drohen neue Zölle auf EU-Einfuhren.
Konjunkturelle Positivstände in der Eurozone halfen dem Euro allerdings wenig. Die überraschend gestiegene deutsche Industrieproduktion im Mai konnte die Marktstimmung nicht nachhaltig wenden. Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank zeigte sich pessimistisch und verwies auf schwache Einzelhandelsumsätze. Dennoch herrscht unter Investoren ein leicht positiverer Konjunkturblick dank des dritten Anstiegs des Sentix-Indikators in Folge.
Am internationalen Währungsmarkt notierte die EZB den Euro weiter bei 0,86110 britischen Pfund, 170,71 japanischen Yen und 0,9354 Schweizer Franken. Gold indes verlor Boden und kostete am Nachmittag in London 3.316 Dollar je Feinunze, etwa 20 Dollar weniger als am Freitag.

