Euro und Yen: Währungsentwicklungen im Spannungsfeld der globalen Politik
Der Euro zeigt sich zum Wochenbeginn wenig verändert und notiert am Montagmorgen mit 1,1708 US-Dollar etwas schwächer als zum Ende der vergangenen Woche. Im Zuge der andauernden Haushaltskrise in den USA steht der Dollar im Fokus der Anleger. Die teilweise lahmgelegte Regierung führt dazu, dass entscheidende Konjunkturdaten, wie der Arbeitsmarktbericht vom Freitag, ausbleiben. In dieser Lage rücken privat erhobene Daten und die Statements der Federal Reserve vermehrt ins Interesse der Investoren. Devisen-Expertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank merkt an, dass die jüngsten Kommentare der Fed, mit Ausnahme der Äußerungen von Stephen Miran, eher zurückhaltend klangen, was die Aussichten auf rasche Zinssenkungen betrifft. Diese Tendenz stützt den Dollar.
Erheblich bewegter zeigt sich der japanische Yen, der gegenüber Euro und Dollar deutlich an Wert verliert. Ein Euro kostet nun 175,83 Yen, während ein Dollar für 150,07 Yen zu haben ist. Auslöser dieser Entwicklung ist die Wahl von Sanae Takaichi zur Vorsitzenden der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP), was sie zur wahrscheinlichen neuen Premierministerin Japans macht. Nguyen erklärt, dass Takaichis Verbindung zur Abenomics, der expansiven Wirtschaftsstrategie des früheren Premierministers Shinzo Abe, die Yen-Abwertung begründet. Der Einfluss der neuen politischen Führung auf die Japanische Währung bleibt abzuwarten, da Takaichi in der geldpolitischen Debatte in jüngster Zeit mehr Zurückhaltung zeigt. Der Verlust der absoluten Mehrheit der Regierungskoalition im japanischen Parlament dürfte ebenfalls dafür sorgen, dass Takaichi weniger aggressiv agieren kann als ihre Vorgänger.

