Euro trotzt Währungskrise: US-Notenbank im Kreuzfeuer
Der Euro konnte sich am Montag während des US-Handels tapfer behaupten. Das Aufatmen der Gemeinschaftswährung erfolgte dank eines schwächelnden US-Dollars, welcher durch Bedenken über die Unabhängigkeit der amerikanischen Notenbank Fed ins Straucheln geriet. Zuletzt notierte der Euro bei 1,1673 Dollar, wobei er am Freitag noch auf 1,1618 Dollar abgerutscht war – den tiefsten Wert seit einem Monat.
Der Hintergrund des Währungsverfalls liegt in einem eskalierten Streit über die Unabhängigkeit der Fed begründet. Nachdem das US-Justizministerium Klageandrohungen gegen den Notenbankchef Jerome Powell ausgesprochen hatte, wies dieser die strafrechtlichen Ermittlungen als Versuch zurück, die Arbeit der Federal Reserve unlauter zu beeinflussen.
Powell wird vorgeworfen, in Bezug auf die langwierige Gebäudesanierung der Zentralbank in Washington gegenüber dem Senat falsche Angaben gemacht zu haben. Powell betrachtet dies als Vorwand, um den Handlungsspielraum der Fed einzuschränken: 'Wesentlich bleibt die Frage, ob die Fed ihre Zinsentscheidungen weiterhin faktisch fundiert treffen kann oder ob politische Einflüsse dominieren.'
Die Analystin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank sieht den Druck auf die US-Notenbank steigen, sollten die Inflationsrisiken erneut signifikant zunehmen. 'Dann könnte sich herausstellen, dass die Fed geradezu unzureichend darauf reagieren wird', so warnte die Expertin.

