Euro stabilisiert sich trotz Branchen-Sorgen und Handelskonflikten
Der Euro zeigt am Montag Stärke und steigt nach schwächelnden US-Konjunkturdaten auf nahezu 1,1450 US-Dollar. In New York wurde die Gemeinschaftswährung zuletzt bei 1,1436 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs bei 1,1419 Dollar fest, nachdem er vorherige Woche bei 1,1339 Dollar gelegen hatte. Noch im April hatte der Euro mit 1,1573 Dollar den höchsten Stand seit November 2021 erreicht.
Eine ernüchternde Überraschung bot der vom Institute for Supply Management (ISM) veröffentlichte Einkaufsmanagerindex. Er signalisierte im Mai einen Rückgang der US-Industrie auf ein Niveau, das zum Tiefpunkt seit letztem November wurde. Ökonomen hatten optimistisch eine moderate Erholung vorhergesehen. Ralf Umlauf, Ökonom der Landesbank Helaba, mahnt zur Vorsicht bei Zinssenkungshoffnungen in Bezug auf die US-Notenbank Fed. Er hebt hervor, dass der Index für bezahlte Preise weiterhin beachtlich hoch ist und die Fed wegen der Inflationsrisiken keine Eile bei möglichen geldpolitischen Lockerungen hat.
Währenddessen eskaliert der Handelskonflikt zwischen den USA und China unter der Führung von US-Präsident Donald Trump. Vor das Wochenende hatte Trump China beschuldigt, gegen Handelsvereinbarungen zu verstoßen. China wiederum wies die Vorwürfe zurück und drohte mit Gegenmaßnahmen zur Wahrung seiner Interessen. Beide Länder hatten sich vor wenigen Wochen auf eine vorläufige Aussetzung der Sanktionen für 90 Tage verständigt.
Innerhalb der Woche könnte es dann zu Konfrontationen wegen der Ankündigung Trumps kommen, die Einfuhrzölle auf Stahl auf 50 Prozent zu erhöhen. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, merkt jedoch an, dass mögliche Gespräche zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping im Laufe der Woche stattfinden könnnten, wie von Bloomberg berichtet.

