Euro legt zu: Inflationsdaten belasten US-Dollar
Der Euro erlebte am Mittwoch eine kräftige Aufwertung, nachdem aktuelle Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten den US-Dollar unter Druck setzten. Am Nachmittag lag der Euro bei einem Kurs von 1,1478 Dollar, während er am Morgen noch knapp über der Marke von 1,14 Dollar notiert hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro auf 1,1433 Dollar fest, was einem leichten Anstieg im Vergleich zum Vortag entspricht.
Die US-Inflationsrate für Mai stieg wie prognostiziert moderat auf 2,4 Prozent. Bemerkenswerter war jedoch der Rückgang der Kerninflationsrate – die Energie- und Lebensmittelpreise außer Acht lässt – auf 2,8 Prozent. Die Ökonomen der Commerzbank analysierten, dass der inflationssteigernde Effekt der höheren Zölle bisher schwächer als befürchtet war. Dies könne die Wahrscheinlichkeit einer künftigen Zinssenkung durch die Federal Reserve erhöhen, wenngleich eine unmittelbare Anpassung nächste Woche nicht zu erwarten sei. Typischerweise üben sinkende Zinssätze zusätzlichen Abwärtsdruck auf eine Währung aus.
Gleichzeitig verkündeten die USA und China Fortschritte bei ihren Handelsverhandlungen. Präsident Trump erklärte, dass eine grundsätzliche Einigung über den Abbau von Exportbeschränkungen für seltene Erden erzielt worden sei. Allerdings stehe die endgültige Zustimmung durch ihn und Chinas Präsident Xi Jinping noch aus. China habe sich bereit erklärt, die Lieferung bestimmter Rohstoffe an die USA fortzusetzen, während Washington garantierte, die Zulassung chinesischer Studenten an US-Hochschulen weiterhin zu ermöglichen. Diese Entwicklungen zeigten jedoch kaum Wirkung auf die Wechselkurse.
Weitere Referenzkurse der EZB notierten den Euro bei 0,8476 britischen Pfund, 166,17 japanischen Yen und 0,9405 Schweizer Franken. Der Goldpreis verbesserte sich leicht und erreichte in London nachmittags 3.334 Dollar je Feinunze, etwa 10 Dollar mehr als am Vortag.

