Euro legt merklich zu – Dollar schwächelt aufgrund globaler Wirtschaftsspekulationen
Nachdem der Euro zunächst verhalten in den Handelstag gestartet war, konnte er am Mittwoch im weiteren Tagesverlauf deutlich zulegen. Am Nachmittag wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,1215 US-Dollar gehandelt und damit höher als am Vorabend. Zeitweise erreichte der Euro sogar einen Wert von 1,1266 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs bei 1,1214 Dollar fest, ein Anstieg im Vergleich zum Vortag.
Ein Grund für den Zuwachs des Euro könnte die jüngste Entwicklung in den USA sein. Die dortige Inflation hat sich unerwartet weiter abgeschwächt, was der US-Notenbank einen größeren Spielraum für mögliche Zinssenkungen eröffnet. Dies stärkt den Euro gegenüber dem Dollar. Am Dienstag hatte sich die Gemeinschaftswährung zudem bereits leicht von den jüngsten Rückschlägen erholt, die durch Fortschritte bei den Handelsgesprächen zwischen China und den Vereinigten Staaten verursacht wurden.
Der Dollar gerät unter zusätzlichen Druck durch Spekulationen, dass US-Präsident Donald Trump andere Nationen dazu bewegen könnte, ihre Währungen im Austausch für Handelsabkommen mit den USA aufzuwerten. Ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg machte die Runde, in dem von einem Treffen zwischen amerikanischen und südkoreanischen Regierungsvertretern am 5. Mai in Mailand die Rede ist, bei dem die Wechselkurspolitik thematisiert wurde. Der südkoreanische Won hat daraufhin zuletzt gegenüber dem Dollar leicht zugelegt.
In Deutschland hat sich die Inflationsrate im April aufgrund günstigerer Energiepreise abgeschwächt und liegt nun auf dem niedrigsten Stand seit Oktober. Der Anstieg der Verbraucherpreise betrug im Jahresvergleich 2,1 Prozent, eine Entwicklung, die kaum Auswirkungen auf den Euro hatte. Die EZB setzte auch neue Referenzkurse: Ein Euro wurde mit 0,84150 britischen Pfund, 164,01 japanischen Yen und 0,9390 Schweizer Franken bewertet. Der Goldpreis hingegen sank in London auf 3.190 Dollar je Feinunze.

