Euro im Höhenflug: Inflationsdaten schwächen US-Dollar
Der Euro-Kurs konnte am Mittwoch spürbar zulegen, da neue Inflationsdaten aus den USA dem US-Dollar zusetzten. Die europäische Gemeinschaftswährung erreichte mit einem Kurs von fast 1,15 US-Dollar den höchsten Stand seit April. Im New Yorker Handel lag der Euro zuletzt bei 1,1487 Dollar, während er zu Beginn des europäischen Handels noch nahe der Marke von 1,14 Dollar verharrte. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,1433 Dollar fest, was einem leichten Anstieg gegenüber dem Vortag entspricht. Für einen US-Dollar mussten Investoren 0,8746 Euro berappen.
Die Inflation in den USA stieg im Mai wie erwartet auf 2,4 Prozent, doch das Augenmerk lag auf der Kerninflation, die leicht auf 2,8 Prozent fiel. Dies führte dazu, dass die Verbraucherpreise im Vergleich zum April weniger stark stiegen, als es Volkswirte prognostiziert hatten. Laut Commerzbank-Volkswirten zeigen bestimmte Bereiche zwar die Auswirkungen der höheren Einfuhrzölle, doch insgesamt haben diese bisher weniger auf die Preise gedrückt als befürchtet. Dies könnte die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung durch die Federal Reserve erhöhen, auch wenn diese kurzfristig noch nicht zu erwarten ist. Sinkende Zinsen wirken sich in der Regel belastend auf eine Währung aus.
Der Devisenmarkt blieb von Fortschritten in den US-chinesischen Handelsgesprächen, insbesondere im Bereich seltener Erden, weitgehend unbeeindruckt. US-Präsident Donald Trump bestätigte, dass beide Länder grundsätzlich einer Reduzierung von Exportbeschränkungen zugestimmt haben, jedoch steht die formelle Bestätigung durch ihn und Chinas Präsident Xi Jinping noch aus.

