Euro fällt leicht aufgrund von neuen Zolldrohungen durch die USA
Der Euro erlebte zu Wochenbeginn einen leichten Rückgang im Wechselkurs gegenüber dem US-Dollar. Als Reaktion auf die jüngsten Drohungen der USA, Zölle zu erheben, erhöhte sich der Wert des Dollars. Zum Nachmittag hin wurde die gemeinsame europäische Währung mit 1,1680 US-Dollar bewertet, was einen kleinen Verlust im Vergleich zum Freitagabend darstellt. Die Europäische Zentralbank veranschlagte den Referenzkurs bei 1,1690 US-Dollar, während er am Freitag noch bei 1,1683 lag.
US-Präsident Donald Trump erhöhte den Druck im transatlantischen Handelsstreit, indem er ab dem 1. August einen umfassenden Zoll von 30 Prozent auf Güter aus der EU eingeführt wissen will. Laut den Analysen der Dekabank erhöhe dies die Wahrnehmung von Risiken, was wiederum dem Dollar leichten Aufwind verleiht. Die Europäische Union plant als Reaktion Gegenmaßnahmen für US-Importe im Wert von 72 Milliarden Euro.
Ungeachtet der Verhandlungen um eine gütliche Lösung, setzte Trump auf Konfrontation. Die überraschend hohen Zollankündigungen könnten die Wahrscheinlichkeit mindern, dass die Federal Reserve im September ihre Zinsen senkt, da bei einer höheren Inflationsrate mehr Vorsicht geboten ist, so die Dekabank. Thu Lan Nguyen von der Commerzbank ist hingegen skeptisch hinsichtlich der Fortsetzung der Dollar-Stärke. Ihrer Meinung nach könnten Unternehmen von der Unwägbarkeit der US-Zollpolitik beeinträchtigt werden, was letztlich auch die Investitionsbereitschaft dämpfen dürfte.
Zudem richteten sich die Blicke der Anleger auf die neuen Inflationszahlen aus den USA, die für Dienstag erwartet werden. Aufgrund der Zolleffekte wird eine Zunahme der Inflation im Juni vermutet, was einem Zinssenkungsbedarf in den USA entgegenwirkt und den Dollar stärken würde. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ist der Meinung, die Lage könne sich bald ändern, da US-Firmen über gestiegene Kosten berichten. Daraus könnten Preisanpassungen resultieren.
Laut den von der EZB veröffentlichten Daten notierte der Euro zudem im Verhältnis zu anderen bedeutenden Währungen; so setzte er sich etwa auf 0,86670 britische Pfund, 172,27 japanische Yen und 0,9307 Schweizer Franken fest. Der Goldpreis in London lag bei 3.347 Dollar pro Feinunze, was einen Rückgang um 7 Dollar verglichen mit dem Freitag darstellt.

