Euro auf Erfolgskurs: Gemeinschaftswährung erreicht neues Hoch
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigt sich zum Wochenschluss von ihrer starken Seite und markiert mit 1,0889 US-Dollar den höchsten Stand seit November. Nachdem der Euro am Morgen noch kurzzeitig unter der Marke von 1,08 Dollar gehandelt worden war, legte er in der Folge deutlich zu.
Zum Nachmittag hin wurde der Referenzkurs von der Europäischen Zentralbank bei 1,0857 Dollar festgesetzt, während der Dollar 0,9210 Euro kostete. Innerhalb der Woche verzeichnete der Euro beachtliche Kursgewinne, nachdem er zu Beginn noch unter 1,04 Dollar notierte.
Den Rückenwind für den Euro liefern vor allem politische Entscheidungen aus Deutschland, wo Union und SPD sich auf milliardenschwere Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur verständigt haben. Geplant ist eine Aufweichung der Schuldenbremse, um in den kommenden Jahren 500 Milliarden Euro per Kredit aufzunehmen. Diese Maßnahmen entfachen Hoffnungen auf ein gesteigertes Wirtschaftswachstum und ließen den Euro binnen kurzer Zeit um mehr als drei Cent steigen.
Zusätzlichen Auftrieb erhält der Euro durch die zögerliche Haltung von EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei der Option weiterer Leitzinssenkungen nach einem erfolgten Schritt. Enttäuschende Zahlen zu deutschen Industrieaufträgen hinterlassen dabei keine nennenswerten Spuren.
Der am Nachmittag in den USA veröffentlichte Arbeitsmarktbericht hat den Devisenmarkt kaum bewegt. Trotz eines geringeren Anstiegs der Beschäftigtenzahl und einer überraschend höheren Arbeitslosenquote blieben die Reaktionen verhalten.
Dirk Chlench, Analyst bei der LBBW, zeigt sich enttäuscht über den ausgebliebenen Stellenzuwachs im Vergleich zum schwachen Januar. Dennoch sieht er die US-Wirtschaft nicht in Richtung einer Rezession abdriften und erwartet, dass Marktakteure auch im Februar spekulativ bleiben werden.
Neben dem Euro profitieren weitere Währungen von der EZB-Entscheidung: So notierten der britische Pfund, japanische Yen und Schweizer Franken ebenfalls positiv. Bei den Rohstoffen stieg der Goldpreis leicht auf 2.925 Dollar pro Feinunze.

