Euro auf der Überholspur: Wechselkursgewinne durch Dollar-Schwäche
Der Euro verzeichnete am Donnerstag nach einem langsamen Start in den Handel leichte Kursgewinne. Am Nachmittag übersprang die Gemeinschaftswährung die Marke von 1,1673 US-Dollar und übertraf damit marginal den Vorabendwert. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs bei 1,1676 Dollar fest, nachdem er am Mittwoch bei 1,1593 Dollar gelegen hatte. Folglich bekam man für einen Dollar nun 0,8565 Euro, ein Rückgang gegenüber den vorherigen 0,8625 Euro.
Marktbeobachter führten diese Gewinnentwicklung auf eine allgemeine Schwäche des Dollars zurück, die als unterstützendes Element für den Euro sowie andere bedeutende Währungen im Verlauf des Handels diente. Die Kursbewegungen blieben jedoch überschaubar, da der Euro seit Mitte August innerhalb einer klaren Bandbreite zwischen etwa 1,16 und etwas über 1,17 Dollar rangiert.
Marktteilnehmer verwiesen zudem auf das jüngst veröffentlichte Protokoll der EZB-Sitzung vom Ende Juli. In diesem deuteten die meisten EZB-Vertreter an, dass Inflationsrisiken 'weitgehend ausgewogen' eingeschätzt werden. Obgleich mögliche Zinssenkungen thematisiert wurden, stuften die Vertreter den stabilen Einlagenzins von zwei Prozent nach acht Senkungen als 'robust' ein.
Makrodaten aus den USA führten nicht zu merklichen Kursbewegungen. Die amerikanische Wirtschaft zeigte im Frühjahr durch verstärkte Investitionen von Unternehmensseite ein unerwartet starkes Wachstum. Außerdem verzeichnete man einen Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.
Bei anderen bedeutenden Währungen notierte die EZB folgende Referenzkurse: 0,86370 britische Pfund, 171,48 japanische Yen und 0,9353 Schweizer Franken pro Euro. Der Goldpreis in London stieg am Nachmittag auf 3.412 Dollar für die Feinunze, 14 Dollar mehr als am Vortag.

