EU plant Ausstieg aus russischen Gasimporten bis 2027
Die Europäische Union hat ehrgeizige Pläne: Bis Ende 2027 sollen die Gasimporte aus Russland vollständig eingestellt werden. Während die Lieferung von Kohle und Öl bereits mit Sanktionen belegt wurde, blieb Gas bislang aufgrund der Abhängigkeiten ausgenommen. Doch nun plant die EU-Kommission, auch dem russischen Gas den Riegel vorzuschieben.
Der Hintergrund dieser Entscheidung ist der anhaltende russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Bereits 2024 machte russisches Gas fast 19 Prozent der EU-Importe aus, wie das Eurostat berichtete. Dabei betrug der Wert der Gasimporte aus Russland 15,6 Milliarden Euro, während die USA Gas im Wert von 19,1 Milliarden Euro in die EU lieferten.
Die Pläne der Kommission sehen vor, neue Lieferverträge für russisches Gas zu untersagen und bestehende Verträge schrittweise abzubauen. Auch der Handel auf dem Spotmarkt, der für kurzfristig lieferbares Gas zuständig ist, soll eingestellt werden. Langfristige Verträge, die den Großteil der Importe ausmachen, werden bis Ende 2027 auslaufen. Verbraucher sollen laut EU möglichst keine negativen Auswirkungen spüren, weder preislich noch in der Versorgungssicherheit.
Die rechtlichen Schritte für dieses Vorhaben sind noch nicht klar definiert. Möglich ist eine Nutzung des EU-Handelsrechts, da Sanktionen eine einstimmige Entscheidung aller EU-Staaten erfordern würden, was insbesondere von Ungarn nicht unterstützt wird.
Für deutsche Unternehmen, wie das mittlerweile verstaatlichte Energieunternehmen Sefe, könnte der Vorschlag der Kommission erhebliche Auswirkungen haben. Sefe importiert weiterhin Flüssigerdgas aus Russland auf Basis eines langfristigen Vertrags. Ein Bericht zeigt, dass 2023 mehr als sechsmal so viel LNG über Sefe nach Europa kam als im Vorjahr, was die Bedeutung der aktuellen Vertragsstrukturen unterstreicht.

