EU-Parlament: Neuer Vorstoß für freies Handgepäck und strengere Entschädigungsrichtlinien
Das Europäische Parlament hat sich mit überwältigender Mehrheit für das Recht der Fluggäste auf ein kostenloses Handgepäckstück ausgesprochen. Damit sollen Passagiere zukünftig die Möglichkeit haben, ohne zusätzliche Kosten sowohl einen persönlichen Gegenstand wie eine Handtasche oder einen Laptop als auch ein kleines Handgepäckstück mit an Bord zu nehmen.
Dieses Handgepäckstück soll maximal sieben Kilogramm wiegen und eine Gesamtlänge von nicht mehr als 100 Zentimetern in allen Dimensionen haben. Derzeit sind einige Fluggesellschaften besonders restriktiv und erlauben als kostenloses Handgepäck nur sehr kleine Gegenstände, während für weiteres Gepäck zusätzliche Gebühren anfallen.
Im Zuge der geplanten Reformen fordert das Parlament zudem eine Erhöhung des Entschädigungsbetrags für Verspätungen. Künftig sollen bei Verspätungen ab drei Stunden oder bei Flugausfällen Entschädigungen von 300 Euro für Distanzen bis 1.500 Kilometer, 400 Euro für bis zu 3.500 Kilometer und 600 Euro für Entfernungen darüber hinaus gezahlt werden. Ausnahmen von dieser Regelung sollen unter anderem bei unverschuldeten Flugstreichungen aufgrund von Kriegen, außergewöhnlichen Wetterbedingungen und Naturkatastrophen gelten.
Im Gegensatz dazu plädieren die EU-Verkehrsminister dafür, Entschädigungen erst ab vier Stunden Verspätung zu gewähren, und zwar mit jeweils geringeren Beträgen, abhängig von der zurückgelegten Entfernung. Die Suche nach einem Kompromiss dauert bereits mehrere Jahre an, bislang jedoch ohne Erfolg.

