EU-Kommission plant vollständiges Gasembargo gegen Russland bis 2027
Die EU-Kommission hat ehrgeizige Pläne vorgestellt, die russischen Gasimporte in die Europäische Union bis Ende 2027 vollständig zu beenden. Ein konkreter Maßnahmenkatalog soll im Juni den Mitgliedsstaaten präsentiert werden. Laut den 2024 erhobenen Daten der Kommission machten russische Gaslieferungen etwa 19 Prozent aller EU-Importe aus, was das Vorhaben zu einer bedeutenden strategischen Wende für die europäische Energiepolitik macht.
Besonders betroffen wäre das deutsche Energieunternehmen Sefe, das zurzeit noch auf Grundlage eines langfristigen Vertrags Flüssigerdgas aus Russland importiert. Sefe, ehemals Gazprom Germania und nun ein verstaatlichtes Unternehmen, spielt eine Schlüsselrolle in der europäischen Energieversorgung. Die EU überlegt, neue Verträge für russisches Gas zu untersagen und den Handel über bestehende Verträge schrittweise zu beenden. Dies könnte durch Regelungen im EU-Handelsrecht erfolgen – ohne Sanktionen, die einstimmig von allen EU-Staaten beschlossen sein müssten.
Die Kommission versichert Verbrauchern, dass die geplanten Maßnahmen keine großen Sorgen bereiten sollten, da darauf geachtet werde, Preisstabilität und Versorgungssicherheit zu wahren. Zudem sollen in naher Zukunft auch Maßnahmen gegen den Import von russischem Uran bei der Kernenergie sowie gegen Ölimporte ergriffen werden.
Eine klare Botschaft kam von Energiekommissar Dan Jorgensen: Die EU werde Russland nicht länger gestatten, Energie als Druckmittel zu nutzen. Auch die weitere militärische Unterstützung durch russische Energiegeldflüsse soll unterbunden werden, um den Frieden in Europa zu sichern.

