Ethereum-Kursanalyse: Ist ETH nach der Rückeroberung der $3K-Marke aus dem Gröbsten raus?

Ethereum handelt weiterhin unter wichtigen Widerstandsniveaus, nachdem es in den letzten Wochen Korrekturen gegeben hat. Während sich eine kurzfristige Erholung abzeichnet, bleibt die generelle Marktsituation unsicher. Die Kursbewegungen zeigen zwar Anzeichen einer Erholung, doch ein bestätigter Momentumwechsel steht noch aus.
Technische Analyse
Von Shayan
Das Tagesdiagramm
Im Tageschart befindet sich ETH noch immer unterhalb einer bedeutenden fallenden Trendlinie, die in den vergangenen Wochen als dynamischer Widerstand fungierte. Die Kryptowährung hat sich von der Unterstützungszone bei $2.700 erholt, ist jedoch bislang weder über den Keil noch über die 100- und 200-Tage-Durchschnittslinien gestiegen, die sich um die $3.600-Marke zusammenfinden.
Ein potenzieller bärischer Crossover der gleitenden Durchschnitte ist kurzfristig sehr wahrscheinlich, was einen weiteren Rückgang signalisieren könnte. Auf der anderen Seite müssen die Käufer die Kontrolle zurückgewinnen, indem sie den Preis über die Angebotszone von $3.500–$3.700 treiben. Ein Ausbruch aus der fallenden Trendlinie wäre dafür entscheidend.
Das 4-Stunden-Chart
Im 4-Stunden-Chart zeigt sich eine deutlichere Erholung nach einem falschen Ausbruch unterhalb der unteren Kanalgrenze bei rund $2.750. Der Kurs hat sich schnell erholt und der kurzfristige Aufwärtstrend hat sich innerhalb des aufsteigenden Kanals fortgesetzt.
Aktuell wird die $3.000-Marke getestet, die zuvor den letzten Abverkauf ausgelöst hatte. Gelingt es den Käufern, diese Zone in eine Unterstützung zu verwandeln, könnte ein weiterer Anstieg in Richtung $3.400–$3.500 erwartet werden. Ein Scheitern würde jedoch wahrscheinlich ETH zurück in Richtung $2.900 und möglicherweise erneut unter den Kanal drücken.
Der RSI steigt ebenfalls stetig an, ist jedoch noch nicht überkauft. Dies deutet auf vorhandenes Momentum hin, allerdings bleibt der Kurs anfällig gegenüber Widerstandszonen.
On-Chain-Analyse
Börsenreserven
Die Ethereum-Bestände auf den Börsen sinken weiterhin stark und haben nun den niedrigsten Stand seit Jahren erreicht (ca. 16,2 Millionen ETH). Dies deutet auf eine langfristige Akkumulation und einen verringerten Verkaufsdruck seitens der Halter hin.
Historisch gesehen sind sinkende Börsenreserven mittelfristig bullisch und deuten darauf hin, dass Coins von den Börsen abgezogen und in Cold Storage transferiert werden. Dennoch reflektiert der Preis dies bisher nicht, was darauf hindeuten könnte, dass Marktteilnehmer noch auf makroökonomische Bestätigung oder externe Katalysatoren warten, bevor sie aggressiv kaufen.
Während die On-Chain-Daten den langfristigen bullischen Fall unterstützen, bleiben die kurzfristigen technischen Aspekte fragil.

