Etas kürzt Stellen: Bosch-Tochter reagiert auf Branchenkrise
Die aktuelle Krise der Automobilindustrie zeigt deutliche Auswirkungen: Die auf Fahrzeugsoftware spezialisierte Bosch-Tochter Etas plant, weltweit bis zu 400 Stellen abzubauen. Dies bestätigte eine Unternehmenssprecherin und erklärte, dass die genaue Zahl von den Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern abhängen wird. Noch unklar bleibt, wie viele der Stellenstreichungen Deutschland betreffen, wo etwa 1.650 der rund 3.100 globalen Mitarbeiter beschäftigt sind.
Der Personalabbau betrifft nahezu jeden achten Mitarbeiter bei Etas, das hierzulande Standorte in Städten wie Stuttgart-Feuerbach, Abstatt und Berlin betreibt. Die "Heilbronner Stimme" berichtete zuerst über die Kürzungspläne. Als Reaktion auf die rückläufige Nachfrage nach technologischen Entwicklungen, einschließlich Fahrerassistenzsystemen, strebt das Unternehmen eine sozialverträgliche Umsetzung der Stellenkürzungen an. Eine bestehende Vereinbarung schließt jedoch betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2027 aus.
Der 499 Millionen Euro Umsatz generierende Software-Entwickler und Bosch-Ableger ist nur ein Teil des umfassenderen Stellenabbaus im Technologiekonzern, der bis 2032 weltweit mehr als 12.000 Arbeitsplätze abbauen könnte. Besonders betroffen ist die Zulieferersparte. Doch auch andere Bereiche, wie Werkzeuge, stehen unter Druck, während Proteste an deutschen Standorten zunehmen.
Die angeschlagene Automobilbranche steht unter dem Druck schwächelnder Konjunkturen und sinkender Zahlen im Absatz von E-Autos. Namhafte Unternehmen wie Volkswagen debattieren über Gehaltskürzungen und Werksschließungen, während die IG Metall mit Warnstreiks gegen die Pläne mobilisiert. Auch Ford, ZF, Continental und Schaeffler planen umfangreiche Stellenstreichungen.

