Eskalation im Gazastreifen: Zivilisten zwischen Flucht und Verbleib
Im Gazastreifen ist die Lage weiterhin angespannt, nachdem es Berichten zufolge zu erneuten tödlichen Angriffen gekommen ist. Laut einem Sprecher des Zivilschutzes unter der Kontrolle der islamistischen Hamas sollen allein bei Luftangriffen sowohl auf ein Hochhaus als auch auf Zelte in Gaza mindestens 23 Menschen getötet worden sein. Insgesamt meldet man seit den frühen Morgenstunden 43 Todesopfer, wenngleich diese Zahlen nicht unabhängig verifiziert werden konnten. Unterdessen plant Israel, die vollständige Kontrolle über die Stadt Gaza zu erlangen, wo sich schätzungsweise eine Million Menschen befinden. Seit dem letzten Aufruf der israelischen Armee, die Stadt zu verlassen, haben etwa 100.000 Palästinenser diesem Folge geleistet. Notleidende Organisationen äußern jedoch Besorgnis über die bereits katastrophale humanitäre Situation.
Die israelische Armee meldete zudem einen Angriff auf ein von der Hamas genutztes Hochhaus, wobei die Anwohner im Vorfeld gewarnt worden seien. Um den verbleibenden Bewohnern die Dringlichkeit ihrer Lage zu verdeutlichen, verteilte das israelische Militär Flugblätter und versendete Nachrichten, in denen es heißt, die Situation in Gaza sei lebensgefährlich.
Trotz dieser Warnungen setzen viele Menschen ihre Hoffnung auf eine sichere Flucht nach Al-Mawasi, das als "humanitäre Zone" gekennzeichnet wurde. Dennoch bleibt die Angst allgegenwärtig, da diese sicheren Zonen in der Vergangenheit ebenfalls von Angriffen betroffen waren.
Nicht alle Bewohner wollen jedoch ihre Stadt verlassen. So entschied sich die 36-jährige Amina Abu Dschimisa, in ihrem Haus zu bleiben, trotz der Gefahr möglicher Angriffe. Für viele wie sie sind Erinnerungen und der Verlust ihrer Heimat alles, was sie noch besitzen. Auch der 55-jährige Chalid al-Masri schildert, dass seine Vergangenheit von Flucht geprägt ist und er unter keinen Umständen seine jetzige Heimat aufgeben möchte. Die Furcht vor einer erneuten Vertreibung, wie sie in der Geschichte Palästinas bereits mehrmals erlebt wurde, sitzt tief in der Bevölkerung.

