Eskalation im Gazastreifen: Verzweifelte Lage treibt Menschen zu verzweifelten Taten
Die angespannte humanitäre Situation im Gazastreifen verschärft sich zunehmend, wie die jüngsten Ereignisse eindrucksvoll zeigen. Bei einem unkontrollierten Überfall auf ein Lagerhaus des Welternährungsprogramms (WFP) in der stark abgeschotteten Küstenregion kamen mindestens zwei Menschen ums Leben. Das zuständige UN-Gremium berichtete von "hungernden Menschenmengen", die sich mit aller Kraft Zugang zu den bereitgestellten Lebensmitteln verschafften, um ihren dringenden Bedarf zu decken. Augenzeugen zufolge führte das Gedränge am Haupteingang des Lagers zu dramatischen Szenen, während einige Menschen sogar Teile der Gebäudewände demolierten.
Die monatelange Blockade humanitärer Hilfsgüter durch Israel, die erst kürzlich gelockert wurde, hinterlässt spürbare Spuren in der Lebenswirklichkeit der Einwohner des Gazastreifens. Auch wenn die umstrittene Gaza Humanitarian Foundation (GHF) Berichte über Chaos und Todesfälle an ihren Verteilzentren entschieden zurückweist, bleibt die Unsicherheit groß. Die GHF plant den Aufbau weiterer Verteilzentren, doch die Spannungen bleiben bestehen. Israelis und Palästinenser werfen sich gegenseitig vor, die Lieferung von Hilfsgütern für eigene Zwecke zu missbrauchen.
Israels Regierung bevorzugt die Verteilung von Hilfsgütern über die GHF, vermeidet direkte Kooperationen mit den Vereinten Nationen und anderen internationalen Hilfsorganisationen. Dieser Schritt wird von UN-Vertretern scharf kritisiert, da man damit eine gefährliche Militarisierung der Hilfe befürchtet, die die Bedürfnisse der Menschen vernachlässigt. Israels UN-Botschafter Danny Danon beschuldigt die UN seinerseits, humanitäre Organisationen unter Druck zu setzen und unlauteres Verhalten zu fördern.
Im israelischen Tel Aviv wächst unterdessen die Unzufriedenheit. Zahlreiche Demonstranten fordern ein Ende des Krieges und die Freilassung der seit 600 Tagen gefangenen Geiseln im Gazastreifen. Chaotische Szenarien entfalteten sich bei einer Kundgebung, die im Vorfeld für mediale Aufmerksamkeit sorgte. Die angespannte Lage bleibt sowohl innerhalb des Gazastreifens als auch in Israel ein brisantes Thema von internationaler Tragweite.

