ESA-Chef glaubt nicht an Marsmission zu Lebzeiten Trumps

27. Januar 2018, 10:54 Uhr · Quelle: dpa

Brüssel (dpa) - Die von US-Präsident Donald Trump gewünschte Rückkehr der Amerikaner auf den Mond wird nach Einschätzung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) frühestens Mitte des nächsten Jahrzehnts gelingen.

Selbst wenn Geld keine Rolle spiele, sei nicht mit einer Mondlandung vor 2025 zu rechnen, sagte ESA-Generaldirektor Jan Wörner der Deutschen Presse-Agentur. Die Amerikaner bauten zwar schon an der neuen Schwerlast-Rakete SLS, da sei aber noch kein Landegerät dabei.

Wörner machte zugleich deutlich, dass sich die ESA an den Mondlandungsplänen beteiligen könnte. «Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein europäischer Astronaut mit dabei ist», sagte er. Europa könnte sich zum Beispiel im Tausch gegen Technik ein Mitflug-Ticket sichern.

Als echtes Langfrist-Projekt bezeichnete Wörner die Anweisung Trumps, amerikanische Astronauten nach der Rückkehr zum Mond erstmals auch zum Mars zu schicken. «Den Mars halte ich für eine Geschichte, über die kann man diskutieren - die wird aber in den nächsten 20 bis 30 Jahren schwerlich zu machen sein», sagte er. Trump müsste die durchschnittliche Lebenserwartung eines Amerikaners in seinem Alter damit deutlich überschreiten, um eine Marslandung noch zu erleben. Sie liegt für Männer seines Alters bei etwa 85 Jahren und der Republikaner ist bereits 71.

Als mögliches Hindernis für einen bemannten Marsflug nannte Wörner neben fehlender Technik auch Verantwortungsfragen. «Mir würde es jedenfalls schwerfallen, jemanden für zwei Jahre auf eine Reise zu schicken, wenn er während dieser zwei Jahre keine Rückkehrmöglichkeit hat», sagte er. Das sei etwas anderes, als eine Antarktis-Expedition zu machen oder zur Internationalen Raumstation (ISS) zu fliegen.

«Von der Antarktis und auch von der ISS kommen sie im Gefahrfall schnell zurück», sagte er. «Auf dem Weg zum Mars kommen sie nicht zurück, jedenfalls nicht mit unserer heutigen Technologie.»

Mit Blick auf die Raumfahrtpolitik in Europa machte Wörner deutlich, dass ein bisschen mehr Ehrgeiz à la Trump nicht schaden könnte. «Europa braucht auch in der Raumfahrt den Mut, Dinge zu machen, die nicht innerhalb einer Legislaturperiode umgesetzt werden können», sagte er. «Wir brauchen da auch manchmal Leute, die den Mut haben, eine Vision zu unterstützen, die sie vielleicht nicht mal mehr erleben.»

Trump hatte die US-Raumfahrtbehörde NASA im Dezember angewiesen, Astronauten wieder zum Mond und schließlich zum Mars zu schicken. Einen Zeitrahmen oder ein Budget für das ambitionierte Ziel nannte er bisher allerdings nicht. Als höchst unwahrscheinlich gilt demnach, dass Trump noch US-Präsident ist, wenn die Amerikaner zum Mond zurückkehren.

Die letzte bemannte Mond-Mission liegt 45 Jahre zurück: Am 11. Dezember 1972 landeten zum letzten Mal Menschen auf dem Mond. Bei der Mission «Apollo 17» waren Eugene Cernan und Harrison Schmitt drei Tage auf der Mondoberfläche unterwegs. Insgesamt betraten zwischen 1969 und 1972 zwölf Menschen den Mond.

Raumfahrt / Wissenschaft / Leute / International / Europa / USA
27.01.2018 · 10:54 Uhr
[6 Kommentare]
Henning Höne (Archiv)
Düsseldorf - Der Kandidat für den FDP-Bundesvorsitz Henning Höne führt die desolate Lage seiner Partei darauf zurück, dass es seit der Bundestagswahl nicht gelungen sei, einen glaubwürdigen Neustart hinzulegen. "Es fehlte an Distanz zur Ampel-Zeit, für einen Neustart braucht es einen Bruch", sagte der nordrhein-westfälische FDP-Landeschef dem "Stern". […] (01)
vor 30 Minuten
Quantenphysik schlägt künstliche Intelligenz — mit nur neun Atomen
Wer mehr Rechenleistung braucht, baut größere Systeme — so lautet die Grundannahme, auf der ein großer Teil der modernen Computerentwicklung beruht. Mehr Schichten, mehr Verbindungen, mehr Energie. Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im renommierten Fachjournal Physical Review Letters, stellt diese Logik grundsätzlich infrage. Ein Forschungsteam hat […] (00)
vor 7 Stunden
iPhone ausschalten
Berlin (dpa/tmn) - Trotz jahrelanger Nutzung dürfte es den meisten iPhone-Besitzern wohl nur äußerst selten passiert sein. Aber wenn sich das iPhone doch mal aufhängt und so gar nicht mehr reagiert, dann wissen viele User gar nicht weiter. Dabei ist die Lösung zum Glück oft recht einfach. Ein erzwungener Neustart. Und der geht so: Die Seitentaste […] (00)
vor 26 Minuten
Ich habe mal ausgerechnet, wie viele Stunden ich allein in Charakter-Editoren verbracht habe. Über alle Spiele hinweg, seit ich 2003 meinen ersten Helden in Neverwinter Nights zusammengeklickt habe. Das Ergebnis: mindestens 200 Stunden. Zweihundert Stunden, in denen ich Nasenlängen justiert, Augenbrauen verschoben und Haarfarben verglichen habe, ohne […] (00)
vor 2 Stunden
Prime Video zeigt Doku «Jerry West: The Logo» im April
Der Streamingdienst widmet der Basketball-Legende eine persönliche und schonungslose Dokumentation. Prime Video hat den Trailer zur Dokumentation Jerry West: The Logo veröffentlicht. Der abendfüllende Film feiert am 16. April seine Premiere und wird weltweit in mehr als 240 Ländern und Territorien verfügbar sein. Regie führt Kenya Barris, der mit «Jerry West: The Logo» sein Dokumentarfilmdebüt […] (00)
vor 12 Stunden
Daniel Altmaier
Monte-Carlo (dpa) - Tennisprofi Daniel Altmaier hat sein Auftaktmatch beim Masters-1000-Turnier in Monte-Carlo verloren. Der Deutsche unterlag dem Tschechen Tomas Machac in einer umkämpften Partie mit 4: 6, 6: 1, 3: 6. Nach verlorenem ersten Satz zeigte sich Altmaier stark verbessert. Nach einem schnellen Break zum 3: 1 wehrte er in einem umkämpften […] (01)
vor 6 Stunden
bitcoin, money, finance, cryptocurrency, coin, currency, blockchain, bank, banking, business
Der Kryptoanalyst und Taproot-Entwickler Udi Wertheimer hat darauf hingewiesen, dass das Lightning-Netzwerk in einer post-quantencomputergestützten Welt grundlegend verwundbar ist. Er behauptet, dass das Design des Netzwerks die Gelder der Nutzer auf eine Weise gefährdet, die unter den aktuellen Annahmen nicht abgemildert werden kann. Wertheimer […] (00)
vor 1 Stunde
Veranstaltungstipp – Familienrundgang mit Bewegungsimpulsen und freier Eintritt
Mainz, 06.04.2026 (lifePR) - Wir laden Familien herzlich zu einer gemeinsamen Entdeckungstour durch die Kunsthalle ein. Hier gibt es immer etwas anderes zu erleben. Gemeinsames Rätseln, Forschen oder Zeichnen vor den Kunstwerken – mach einfach mit! Der Familienrundgang mit Bewegungsimpulsen findet am Sonntag, den 19/04 um 14 Uhr statt und ist Teil des Programms  Freistunden. Im Rahmen der  […] (00)
vor 6 Stunden
 
Buckelwal liegt weiter in Wismarbucht
Wismar (dpa) - Ein Hoffnungsschimmer für den bei Wismar vor der Insel Poel […] (12)
Bundeswehr-Soldat mit Pistole (Archiv)
Berlin/Oldenburg - Verfassungsrechtler kritisieren eine mögliche Genehmigungspflicht […] (06)
Facharzttermine
Berlin (dpa) - Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat die Forderung nach […] (10)
Bundeswehr
Berlin (dpa) - Die Grünen fordern eine Korrektur der neuen Regel, dass sich Männer […] (00)
Ein neuer Ansatz zur Entlastung der Bürger Inmitten der aktuellen Debatte über die […] (00)
Harry Kane
München (dpa) - Auf dieses Signal hatte der FC Bayern vor dem Abflug nach Madrid gehofft. […] (04)
Ghost Master: Resurrection im Test: Spuken wie früher?
Ghost Master: Resurrection ist ein Remake des Originals aus 2003. Ich habe als Kind […] (00)
Review zum devolo WiFi 7 Mesh BE6500
Nachdem ich in den letzten Monaten verschiedene Mesh-Systeme ausprobiert und mit […] (00)
 
 
Suchbegriff