Erwerbstätigkeit erreicht neuen Höchststand

02. Januar 2024, 08:10 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur

Wiesbaden (dts) – Im Jahresdurchschnitt 2023 sind rund 45,9 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig gewesen. Das waren so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mit.

Nach einer ersten Schätzung stieg die jahresdurchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 333.000 Personen (+0,7 Prozent). Bereits im Jahr 2022 war der vormalige Höchstwert aus dem Jahr 2019 (45,3 Millionen Personen) um 320.000 oder 0,7 Prozent überschritten worden. Im Jahr 2020 hatte die Coronakrise den zuvor über 14 Jahre anhaltenden Anstieg der Erwerbstätigenzahl beendet und zu einem Rückgang um 361.000 Personen (-0,8 Prozent) geführt. Im Zuge des Aufholprozesses nach der Pandemie war die Erwerbstätigkeit im Jahr 2021 zunächst nur leicht um 69.000 Personen (+0,2 Prozent) und im Jahr 2022 kräftig um 612.000 Personen (+1,4 Prozent) gewachsen.

Eine Ursache für die Beschäftigungszunahme im Jahr 2023 war die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte, hinzu kam eine gesteigerte Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung. Diese beiden Wachstumsimpulse überwogen die dämpfenden Effekte des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt, der mittelfristig zu einem deutlichen Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter führen dürfte. Rechnerisch fanden neun von zehn der zusätzlichen Beschäftigten einen Arbeitsplatz in den Dienstleistungsbereichen, die im Jahr 2023 einen Beschäftigtenzuwachs um insgesamt 295.000 Personen oder 0,9 Prozent auf rund 34,6 Millionen Erwerbstätige verzeichneten, so die Statistiker. Die größte absolute Zunahme darunter hatten die Öffentlichen Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit +116.000 Erwerbstätigen oder +1,0 Prozent.

Diese Branche hatte auch während der Corona-Jahre 2020 und 2021 ihre Erwerbstätigenzahl erheblich gesteigert und war im Jahr 2022 weiter um 191.000 Personen (+1,6 Prozent) gewachsen. Die zweitstärkste absolute Zunahme verzeichnete der Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe mit +87.000 Erwerbstätigen (+0,9 Prozent). In diesem Bereich war die Beschäftigung während der Pandemie deutlich gesunken. 2023 lag sie trotz eines kräftigen Anstiegs um 176.000 Personen (+1,8 Prozent) gegenüber dem Vorjahr noch immer 64.000 Personen (-0,6 Prozent) unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Bei den Unternehmensdienstleistern, zu denen auch die Arbeitnehmerüberlassung zählt, nahm die Erwerbstätigkeit im Jahr 2023 um 47.000 Personen (+0,8 Prozent) zu.

Im Bereich Information und Kommunikation stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 39.000 Personen oder 2,6 Prozent und damit weit überdurchschnittlich an. Außerhalb des Dienstleistungsbereichs nahm die Beschäftigung deutlich schwächer zu: Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) stieg die Erwerbstätigenzahl 2023 nur leicht um 25.000 (+0,3 Prozent) auf rund 8,1 Millionen Personen. Nach einem ebenfalls geringen Anstieg im Vorjahr um 35.000 Personen (+0,4 Prozent) ist damit das Vorkrisenniveau noch weit entfernt. Vom Baugewerbe kamen mit einem Anstieg um 15.000 Erwerbstätige (+0,6 Prozent) auf rund 2,6 Millionen erneut positive Impulse als Beleg einer noch weit ins Jahr 2023 andauernden Baukonjunktur.

5,8 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiteten 2023 im Baugewerbe, mit Ausnahme des Jahres 2015 war dort die Beschäftigung seit 2009 durchgehend gestiegen und lag zuletzt 97.000 Personen beziehungsweise 3,8 Prozent über dem Jahr 2019. Im Bereich Land- und Forstwirtschaft, Fischerei waren hingegen 2.000 Personen weniger erwerbstätig als im Jahr 2022, was einem Rückgang um 0,4 Prozent auf 555.000 Personen entspricht und den negativen Trend der vergangenen Jahre fortsetzt. Entscheidend für die positive Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt war die Zahl der Arbeitnehmer, die im Jahresdurchschnitt 2023 um 363 000 Personen (+0,9 Prozent) auf 42,1 Millionen wuchs, wie das Bundesamt weiter mitteilte. Zu diesem Anstieg trug maßgeblich die positive Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bei.

Auch bei der Zahl der marginal Beschäftigten gab es leichte Beschäftigungsgewinne, die jedoch die pandemiebedingten Verluste weiterhin nicht ausgleichen konnten. Bei den Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger setzte sich im Jahr 2023 dagegen der seit nunmehr zwölf Jahren andauernde Abwärtstrend fort: Ihre Zahl sank gegenüber 2022 um 30.000 Personen auf 3,9 Millionen (-0,8 Prozent). Die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland sank nach vorläufigen Schätzungen auf Basis der Arbeitskräfteerhebung im Jahresdurchschnitt 2023 im Vergleich zum Vorjahr leicht um 9.000 Personen oder -0,7 Prozent auf 1,3 Millionen. Die Zahl der aktiv am Arbeitsmarkt verfügbaren Erwerbspersonen, definiert als Summe der Erwerbstätigen und Erwerbslosen, stieg im gleichen Zeitraum um 314.000 Personen (+0,7 Prozent) auf 47,1 Millionen.

Die Erwerbslosenquote, gemessen als Anteil der Erwerbslosen an der Zahl der Erwerbspersonen, sank gegenüber dem Vorjahr von 2,9 Prozent auf 2,8 Prozent.

Wirtschaft / DEU / Arbeitsmarkt
02.01.2024 · 08:10 Uhr
[0 Kommentare]
US-Präsident Trump
Washington (dpa) - Die USA ziehen sich aus 66 internationalen Organisationen zurück. Das geht aus einer Anordnung von US-Präsident Donald Trump hervor, die das Weiße Haus veröffentlichte. Der Austritt wird damit begründet, dass die Organisationen, Übereinkommen und Verträge nicht mit den Interessen der Vereinigten Staaten vereinbar seien. Bei vielen der genannten Organisationen geht es etwa um […] (06)
vor 2 Minuten
Schauspielausbildung hängt eng mit ihrer Umgebung zusammen. Talent, Fleiß und handwerkliche Grundbildung sind bekanntlich überall gefragt. Doch Ausbildung und Praxis entfalten sich denn doch vor allem dort, wo kulturelle Infrastruktur geboten ist. Großstädte übernehmen in diesem Zusammenhang eine Schlüsselfunktion. Sie bündeln Theater, Film, Fernsehsender und neue Medien und schaffen damit die Bedingungen, […] (00)
vor 2 Stunden
Elon Musk
Brüssel (dpa) - Die EU geht nach sexualisierten KI-Bildern von Kindern auf der Online-Plattform X einen nächsten Schritt bei Ermittlungen gegen das Unternehmen von Elon Musk. Die Europäische Kommission habe die US-Firma aufgefordert, interne Dokumente zur künstlichen Intelligenz Grok nicht zu vernichten, sondern bis Ende des Jahres aufzubewahren, sagte ein Sprecher. Es gebe Zweifel daran, ob das […] (00)
vor 59 Minuten
GTA 6-Release wackelt erneut: Rockstar Games ist laut Insider „noch nicht fertig“
Schon wieder eine Hiobsbotschaft für Fans von Rockstar-Titeln? Immerhin wartet gefühlt die halbe Welt auf den Release von Grand Theft Auto VI. Die Ungeduld wächst (wie immer). Allerdings dürften die Inhalte des Spiels noch nicht zu 100% fertig sein, wie der gut vernetzte Insider Jason Schreier (bekannt von Bloomberg) sagt. Der aktuell angepeilte Release-Termin von GTA 6 am 19. November 2026 gilt […] (00)
vor 34 Minuten
Julia Roberts
(BANG) - Julia Roberts würde heute nicht in 'Pretty Woman' mitspielen. Die 58-jährige Schauspielerin spielte 1990 in der romantischen Komödie die Prostituierte Vivian Ward, sagt jedoch, dass es für sie heute "unmöglich" wäre, in einem solchen Film zu erscheinen, da sich die Weltanschauungen verändert hätten. Gegenüber 'Deadline' erklärte Roberts: "Oh, das ist unmöglich. Ich trage inzwischen zu […] (00)
vor 1 Stunde
Biathlon Weltcup in Oberhof
Oberhof (dpa) - Tommaso Giacomel reckte den rechten Arm mit dem Trauerflor nach oben und blickte mit Tränen in den Augen Richtung Himmel. Trotz der tiefen Trauer um seinen plötzlich gestorbenen Freund Sivert Guttorm Bakken gewann der Italiener zum Auftakt des Biathlon-Weltcup s in Oberhof das Sprintrennen.  Giacomel hatte nach zehn Kilometern 13,2 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten […] (01)
vor 2 Stunden
Merz warnt vor Wirtschaftsabschwung – Lage in Teilen der Wirtschaft „sehr kritisch“
Wettbewerbsfähigkeit reicht nicht aus In einem Brief an die Bundestagsabgeordneten von Union und SPD räumt Friedrich Merz der wirtschaftlichen Erholung Deutschlands höchste Priorität ein. Die bisherigen politischen Entscheidungen hätten die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts noch nicht ausreichend verbessert. In mehreren Wirtschaftsbereichen sei die Lage inzwischen „sehr kritisch“. Merz macht […] (00)
vor 49 Minuten
Neustadt an der Aisch strahlt
Weißenohe bei Nürnberg, 08.01.2026 (PresseBox) - Die Energiewende in Mittelfranken nimmt weiter Fahrt auf. In und um Neustadt an der Aisch verzeichnet der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen (PV) zu Beginn des Jahres 2026 Rekordwerte. Dank einer Kombination aus bürgerschaftlichem Engagement, innovativen Agri-PV-Projekten und einer proaktiven Rolle der Stadtwerke positioniert sich die Kreisstadt als Vorreiter für dezentrale Energieversorgung in der […] (00)
vor 1 Stunde
 
Finanzamt (Archiv)
Berlin - Die SPD lehnt die Unionsforderung nach schnelleren Steuersenkungen für Unternehmen ab. […] (03)
Abschluss Klausur CSU-Bundestagsfraktion
Seeon (dpa) - So hat sich der Kanzler den Start in das wichtige Wahl- und Reformjahr 2026 sicher […] (01)
Irene Mihalic (Archiv)
Berlin - Nach dem mutmaßlich linksextremistischen Anschlag auf das Stromnetz in Berlin fordern […] (00)
Straßenverkehr unter winterlichen Bedingungen in Berlin (Archiv)
Berlin - Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat die Bürger in Anbetracht der […] (00)
Apple analysiert multispektrale Bildgebung für kommende iPhones
Laut Berichten untersucht Apple derzeit multispektrale Bildgebungstechnologie für geplante […] (00)
Jodie Foster
(BANG) - Jodie Foster empfindet die Zusammenarbeit mit Regisseurinnen als "wirklich […] (00)
Amazon Luna im Januar 2026 – so startet das Gaming Jahr bei Amazon
Willkommen zum monatlichen Luna-Inhaltsupdate. Die  Prime-Mitgliedschaft  ist eine All-in- […] (00)
stock trading, investing, stock market, forex, finance, money, crypto, bitcoin, shiba, stock market, stock market, stock market, stock market, stock market, forex, forex, forex, forex, crypto, crypto
US-Gesetzgeber stehen vor der Herausforderung, klare Regelungen für den Krypto-Markt zu […] (00)
 
 
Suchbegriff