Krisenmanagement mit Kontroversen: Kai Wegner reagiert auf Stromausfall in Berlin
Auch in Zeiten der Krisenbewältigung hat Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner keine Entschuldigung für sein Tennismatch während des Stromausfalls parat. Wegner, als CDU-Spitzenkandidat für die Wahl des Landesparlaments im September im Rennen, erklärt, dass keine Entschuldigung nötig sei, nachdem die Krise bereits anderthalb Tage im Voraus beendet worden sei. Der Blackout, der rund 100.000 Menschen betraf, konnte einen Tag schneller behoben werden als vom Senat angekündigt. Der Vorfall ging auf einen Brandanschlag zurück, der mutmaßlich von Linksextremisten ausging.
In der Rückbetrachtung äußerte Wegner Selbstkritik hinsichtlich der Kommunikation über seinen Sporttermin während der Krise. Das Tennismatch mit seiner Partnerin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, verteidigte er jedoch als dringend nötige Auszeit. Wegner betonte die Notwendigkeit, sich um sein eigenes Wohlbefinden zu kümmern, um effizienter an der Lösung der Krise arbeiten zu können.
Innerhalb der Koalition führte Wegners Verhalten zu Spannungen. Die SPD, namentlich Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey und Fraktionschef Raed Saleh, zeigten sich irritiert über Wegners Handhabung der Krisensituation. Unverständnis äußerte auch der frühere Bürgermeister Walter Momper. Auf der politischen Bühne erhielt Wegner jedoch auch Lob, insbesondere für das Krisenmanagement der involvierten Institutionen wie Bundeswehr und Polizei. Bundeskanzler Friedrich Merz lobte die Reaktion auf die sogenannte Großschadenslage und wich Fragen zu Wegners Tennisaktivitäten aus, während CSU-Chef Markus Söder die Thematik als nebensächlich deklarierte.
Im Zuge der Vorwürfe, er habe die Wahrheit verzerrt, sprach Wegner von einer bevorstehenden Regierungserklärung. Diese soll eine umfassende Analyse des Krisenmanagements enthalten. Er plant, das Stromnetz Berlins stärker zu schützen und die organisatorischen Abläufe bei künftigen Krisen zu optimieren. Wegner kündigte an, mit den beteiligten Hilfsorganisationen an konkreten Verbesserungen zu arbeiten.

