Erster Fluss flächendeckend von der Mündung bis zur Quelle auf Mikroplastik beprobt
Mit der Unterstützung von rund 30 Schülerinnen und Schülern sowie engagierten Interessierten wurde Anfang März die Alb rund um Karlsruhe auf Mikroplastik beprobt. Die Ergebnisse liegen nun vor.

21. März 2025, 07:15 Uhr · Quelle: Pressebox
Die Alb wurde als erster Fluss flächendeckend auf Mikroplastik beprobt, wobei in allen Wasserproben eine durchschnittliche Belastung von 99 Partikeln pro Liter festgestellt wurde. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit dringender Maßnahmen zur Reduktion von Mikroplastik in heimischen Gewässern.

Karlsruhe, 21.03.2025 (PresseBox) - Sie ist rund 55 km lang, fließt auf ihrer Strecke vom Nordschwarzwald in der Nähe von Bad Herrenalb bis zur Mündung in den Rhein durch Städte, darunter einen Kurort, kleinere Ortschaften, Industriegebiete, Naturschutzgebiete. Sie ist die Lebensader rund um Karlsruhe und beherbergt eine weitreichende Tier- und Pflanzenwelt. Die Rede ist von der Alb.

Die Alb war Anfang März Ziel des ersten großen Mikroplastik Mappings der gemeinnützigen Organisation Wasser 3.0 gGmbH. Die Organisation aus Karlsruhe ist nicht nur ein bekanntes GreenTech Startup mit neuen technologischen Innovationen, sondern geht auch im Bereich Bildung und Aufklärung für mehr Wasser ohne Mikroplastik neue Wege.

Einzigartiges Geschäftsmodell schließt alle Stakeholder ein

Das 2020 gegründete gemeinnützige GreenTech Unternehmen gehört zu den Changemakern unter den Entrepreneuren. Das transformative Geschäftsmodell, der klarer „Planet and People First“ Fokus in der gesamten Ausrichtung sowie die kontinuierliche Wirkungsmessung ist nicht nur für Industrien und kommunalen Kläranlagen spannend, die von den Neuentwicklungen im Bereich der Mikroplastik-Detektion sowie der Entfernung und Wiederverwertung von Mikroplastik aus Abwasser profitieren. Auch eine neue BNE-zertifizierte Mikroplastik-Seminarreihe, vielfältige Lehr-/ Lernmaterialien oder altersunabhängige Mitmach-Angebote liefern echte Lösungen aus der Mikroplastikkrise. Und zwar alltagstauglich und für alle.

Mehr Daten dank schnellem Mikroplastik-Nachweis

Seit Jahren stützt sich die gesamte Kommunikation und auch die Erklärungen rund um Mikroplastik auf Schätzungen. Als Menschen der Gesellschaft wissen wir heute schon, dass Mikroplastik ein globales Umweltproblem ist, jedoch fehlte bisher die standardisierte Mikroplastik-Analytik, die nicht nur beim Daten beschaffen hilft, sondern auch Datenvergleichbarkeit garantiert. Denn nur mit vergleichbaren Daten, kann man auch ins sinnstiftende politische Regulieren kommen. Diese Daten zu Mikroplastik zu beschaffen und für alle verständlich zusammenzufassen und zu interpretieren, ist die Aufgabe der Wasser 3.0 gGmbH. Der Dreh- und Angelpunkt der Außenkommunikation zu Mikroplastik in Gewässern ist die Global Map of Microplastics.

Hierbei handelt es sich um eine interaktive Karte, die Mikroplastikbelastungen sichtbar macht. „Bei der Beprobung können alle mithelfen. Ein validiertes Standardprotokoll macht es möglich. Wir sind damit nicht nur in der Lage an vielen Orten der Welt gleichzeitig Proben zu nehmen und auszuwerten, sondern können über echte Zahlen statt Schätzungen zu sprechen“, erläutert Katrin Schuhen.

Das Projekt „Alles im Fluss“ nimmt erstmals die flächendeckende Mikroplastik-Beprobung ins Visier

Die flächendeckende Beprobung eines gesamten Flusses innerhalb kurzer Zeit mit standardisierter Mikroplastik-Analytik und Beprobungspunkten in regelmäßigen Abständen gab es bisher nicht. Auch fehlten bislang umfangreiche und vergleichbare Datenpakete. Einzelanalysen liefern zwar Informationen, jedoch fehlte es bisher an aussagekräftigen Informationen und echten Handlungsoptionen.

Mikroplastik verteilt sich nicht gleichmäßig im Wasser

Unter dem Begriff Mikroplastik werden synthetische Polymerpartikel aller Polymertypen (es gibt mehr als 200 verschiedene) mit einer Größe kleiner als 5 mm bezeichnet, die in der Umwelt vorkommen – Luft, Boden und Wasser.

Diese Vielfalt unterschiedlichster Polymere und die Millionen verschiedene Kunststoffprodukte führen dazu, dass Mikroplastikpartikel unterschiedlichster Herkunft, Zusammensetzung, Form und Größe sich zu keinem Zeitpunkt gleichmäßig in der Umwelt verteilen. Man spricht hier von Heterogenität. Als Gegenbeispiel: Wenn sich zum Beispiel ein Medikament komplett in Wasser löst, dann wäre es homogen verteilt und ein Mikroschadstoff.

„Um diese Heterogenitäten abzufangen, haben wir uns für eine Flussaufwärts-Beprobung entschieden,“ erklärt Katrin Schuhen, Leiterin der Studie und Geschäftsführerin der Wasser 3.0 gGmbH. „Das hat natürlich dazu geführt, dass wir ein paar Höhenmeter überbrücken mussten, aber diese Mühen waren es wert.“

Der erste Fluss im Fokus: Die Alb

Basierend auf einem standardisierten Verfahren zur Probennahme, Probenvorbereitung und Mikroplastik-Analyse werden seit vielen Jahren bei der Wasser 3.0 gGmbH Mikroplastik-Daten aufgezeichnet. Während das Langzeit-Monitoring hauptsächlich bisher in den kommunalen Kläranlagen stattfindet, wurde im letzten Jahr die Methode auch für die Gewässeranalytik umfangreich validiert und cross-validiert. Mit der Unterstützung von rund 30 Freiwilligen, darunter Schülerinnen und Schüler des Albertus-Magnus-Gymnasiums Ettlingen, konnte Anfang März an drei sonnigen Tagen erstmals auch der erste Fluss – die Alb – von der Mündung stromaufwärts bis zur Quelle alle drei bis fünf Kilometer beprobt werden Alle Freiwillige konnten mittels Analytik-Kit und Wasser 3.0 App standardisiert Proben aus dem Fluss entnehmen.

Wie viel Mikroplastik ist in der Alb?

Insgesamt wurden auf der 55 km langen Strecke, 23 Proben entnommen, 20 direkt aus dem Fluss, drei aus Zuflüssen und Seen. Alle Proben wurden im Labor auf Mikroplastik analysiert. Die Ergebnisse sind ernüchternd. In allen Wasserproben der Alb wurde Mikroplastik gefunden. Mit den bekannten Varianzen, je nach Lage des Probennahme-Ortes, waren es im Schnitt 99 Partikel / Liter.

„Wir hatten gehofft, zumindest in den höheren Lagen auf dem Weg zur Quelle niedrigere Mikroplastik-Konzentrationen zu finden,“ erläutert Katrin Schuhen. „Doch leider zeigt sich flächendeckend eine Belastung des gesamten Flusses.“ Die Werte bestätigen, was die Wissenschaftler:innen vermutet haben: Das Problem Mikroplastik im Wasser lauert direkt vor unserer Tür in den heimischen Gewässern. Laut Katrin Schuhen ist dies ein Grund mehr, schneller und sinnstiftend aktiv zu werden.

„Die Daten zeigen den aktuellen Status quo – aber es bleibt immer noch eine Momentaufnahme. Die Werte sind aber eine klare Ansage an uns, dass wir zukünftig besser auf unsere Gewässer aufpassen und Schadstoffeinträge vermeiden müssen“, erklärt Katrin Schuhen weiter. Im nächsten Schritt geht es für die Wissenschaftler:innen nun darum mit den Daten weiterzuarbeiten, Ursachen und Hotspots zu ermitteln. Mehr Flüsse unter die Lupe zu nehmen. „Wir möchten echte Wirkungsbeschleuniger:innen sein, Politik und Versucher:innen die Chance geben, für die Zukunft unseres Wassers heute schon vernünftige Maßnahmen zu ergreifen. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, gesamtgesellschaftlich gute Entscheidungen zu treffen. Das kann schon bei der Planung der vierten Reinigungsstufe für kommunale Kläranlagen beginnen, bei der man nicht nur an Mikroschadstoffe, sondern auch gleich an die Entfernung von Mikroplastik denkt. Auch Industrien mit viel Wasserbedarf, Abfall und Abwasser können kreislaufwirtschaftliche Prozessströme aufbauen. Es kann an unfassbar vielen Stellschrauben gedreht werden, um der Mikroplastikkrise lösungsorientiert entgegenzutreten. Wir müssen nur beginnen!“

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Die Alb-Beprobung wurde mit Spenden und Sponsoring ermöglicht. Vielen Dank auch an alle helfenden Hände. Ihr seid echte Mutmacher:innen.

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Energie- / Umwelttechnik
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