Erste Friedensgespräche zwischen Russland und Ukraine: Ein diplomatischer Hoffnungsschimmer in Abu Dhabi
In den noblen Hallen von Abu Dhabi fanden erstmals seit Längerem direkte Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine statt. Das Zusammentreffen beschäftigte sich mit den Rahmenbedingungen für ein Ende der russischen Militäraktionen und der Ausarbeitung eines dauerhaften Friedens, wie der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow bescheiden mitteilte. Auch wenn Details der Verhandlungen im Verborgenen bleiben, soll der Dialog diesen Samstag fortgeführt werden.
Die ukrainische Delegation war hochrangig besetzt und umfasste unter anderem Kyrylo Budanow, dem Leiter der Präsidialkanzlei, sowie David Arachamija, dem Fraktionsführer der Präsidentenpartei. Auch Serhij Kyslyzja, der Vize-Außenminister, zählte zu den Teilnehmern. Auf US-amerikanischer Seite nahmen prominente Figuren teil, darunter der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn von Ex-Präsident Donald Trump.
Die Verhandlungen auf russischer Seite wurden von Igor Kostjukow, dem Chef des Militärgeheimdienstes, geleitet. Am kommenden Samstag werden zusätzlich ukrainische Militärs, namentlich Generalstabschef Andrij Hnatow und Generalleutnant Wadym Skibizkyj, den Verhandlungsprozess verstärken. Umjerow zeigte sich flexibel in Bezug auf die Fortführung des Dialogs und bereit, verschiedene Formate zu erwägen.
Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht die kontroverse Frage, ob die Ukraine die russische Bedingung für einen Waffenstillstand akzeptiert und sich aus dem noch von Kiew kontrollierten Gebiet im ostukrainischen Donbass zurückzieht. Bisher war dies stets ein rotes Tuch für Kiew, während der Kreml diesen Schritt erneut als unverzichtbare Voraussetzung für einen Waffenstillstand betonte. Der Schatten einer Fortsetzung des fast vierjährigen Konflikts schwebt über den Gesprächen, sollte keine Einigung erzielt werden.

