Erst das Fundament, dann die Fassade: Darum verzögert sich DLSS/FSR für Helldivers 2
Seit dem kometenhaften Aufstieg von Helldivers 2 zu einem der größten Koop-Phänomene des Jahres kämpfen die tapferen Verteidiger der Demokratie nicht nur gegen Terminiden und Roboter, sondern auch gegen einen weitaus heimtückischeren Feind: Performance-Probleme. In den Foren und auf Discord hallt der Ruf nach Abhilfe wider, und zwei Akronyme werden dabei immer wieder wie ein heiliger Gral beschworen: DLSS und FSR. Die Upscaling-Technologien von Nvidia und AMD versprechen, die Bildraten zu glätten und auch Spielern mit schwächerer Hardware zu einem flüssigen Fronteinsatz zu verhelfen. Doch Arrowhead Game Studios tritt auf die Bremse – aus einem ebenso simplen wie nachvollziehbaren Grund.
Keine Pflaster für eine klaffende Wunde
In einer direkten Antwort an die Community auf dem offiziellen Discord-Server brachte Shams Jorjani, der CEO von Arrowhead Game Studios, Licht ins Dunkel. Ja, die Implementierung von DLSS und FSR werde im Studio regelmäßig diskutiert und stehe definitiv auf der Wunschliste. Die Priorität liege jedoch woanders. „Es gibt andere, fundamentalere Probleme, die die Leistung beeinträchtigen, auf die wir uns vor DLSS/FSR konzentrieren werden“, so Jorjani. Man wolle erst die zugrundeliegenden Ursachen für die Performance-Einbrüche im Kern des Spiels beheben, bevor man sich auf solche Technologien stürzt. Eine klare Ansage: Arrowhead will keine Symptome mit einem technologischen Pflaster überdecken, sondern die Krankheit an der Wurzel packen, um eine gesunde und stabile Basis für absolut alle Spieler zu schaffen.
Ein Erfolg, der seine eigene Last trägt
Dass die Performance überhaupt ein so heißes Thema ist, ist eine direkte Folge des überwältigenden Erfolgs. Seit seiner Veröffentlichung explodierten die Spielerzahlen förmlich. Allein nach dem „Herz der Demokratie“-Update im Mai schnellten die gleichzeitigen Spieler auf dem PC auf über 129.000 hoch. Johann Pilestedt, der Chief Creative Officer des Studios, bestätigte im selben Monat, dass wöchentlich rund 2,5 Millionen Spieler für die Super-Erde in die Schlacht zogen. Dieser Ansturm bringt jede Server- und Engine-Architektur an ihre Grenzen und legt schonungslos offen, wo das Fundament Risse hat – Risse, die das Team nun schließen will, bevor weiter angebaut wird.
Neue Fronten, alte Probleme: Der Sprung auf die Xbox
Der Druck auf die Technik wird dabei nicht geringer, denn schon im August steht die nächste große Expansion an: Helldivers 2 landet auf der Xbox Series X/S. Während Cross-Play zwischen PC, PS5 und Xbox von Anfang an für vereinte Streitkräfte sorgen wird, gibt es einen herben Dämpfer für Veteranen: Cross-Progression wird es zum Start nicht geben. Wer also vom PC oder der PlayStation auf die Xbox wechseln will, muss seine hart verdiente Karriere als Elitesoldat zurücklassen und bei Null anfangen. Auch eine Veröffentlichung im Game Pass ist laut den Entwicklern vorerst nicht geplant. Der Fokus liegt klar auf der Stabilisierung des bestehenden Erlebnisses für eine noch breitere Spielerbasis.
Ein Marathon für die Demokratie
Diese Konzentration auf das Fundamentale unterstreicht die langfristige Vision des Studios. Jorjani bekräftigte erneut, dass man voll und ganz hinter der Vision der Game Directors für das Spiel stehe. Ein Helldivers 3? „Hoffentlich noch viele Jahre entfernt“, so der CEO. Man konzentriere sich voll und ganz auf das Hier und Jetzt. Arrowhead plant für die nächsten Jahre fest mit Helldivers 2 und will diesen Weg gemeinsam mit der Community gehen. Ein Versprechen, das die aktuelle Strategie untermauert: Ein gesundes, langlebiges Spiel ist wichtiger als kurzfristige, oberflächliche Lösungen.


