Erneute Festnahmen erschüttern die CHP: Bürgermeister in Istanbul verhaftet
Die Türkei erlebt erneut politische Turbulenzen, da ein weiterer Bürgermeister der größten Oppositionspartei CHP in Polizeigewahrsam genommen wurde. Der Bürgermeister des Istanbuler Bezirks Sile, Özgür Kabadayi, wurde zusammen mit fünf weiteren Verdächtigen verhaftet.
Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, dass den Festgenommenen Bestechung, die Gründung einer kriminellen Vereinigung, Erpressung und die Manipulation von Ausschreibungen vorgeworfen werden. Bei den Inhaftierten befinden sich auch der stellvertretende Bürgermeister und mehrere Gemeindemitarbeiter.
Diese Vorfälle reihen sich nahtlos in eine Kette von Maßnahmen gegen die CHP ein, die seit geraumer Zeit unter wachsendem politischen Druck steht. Besonders bemerkenswert war die Festnahme des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu im März, die landesweite Proteste nach sich zog.
Aktuell sitzen mindestens 15 CHP-Bürgermeister in Haft, eine besorgniserregende Zahl, die den Ernst der Situation unterstreicht. Zeitgleich ereilte den Bürgermeister von Adiyaman, Abdurrahman Tutdere, sein Schicksal. Am Donnerstag wurde er durch das Innenministerium abgesetzt, nachdem er im Zuge von Korruptionsermittlungen kurzzeitig festgenommen worden war und nun unter Hausarrest steht.
Die CHP, die bei den letzten Kommunalwahlen überraschende Erfolge feierte, sieht diese Maßnahmen als politisch motiviert an und schreitet gegen die Vorwürfe ein.

