Ermittlungen im Schatten des Berliner Stromausfalls
Ein massiver Polizeieinsatz führte zu einer vollständigen Sperrung auf den Berliner Autobahnen A100 und A113, während Spuren und Beweise gesichert wurden. Nach Berichten der 'Welt' steht die Aktion möglicherweise in Verbindung mit einem mutmaßlich linksextremistischen Anschlag, der den größten Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte verursachte. Die Berliner Staatsanwaltschaft blieb zu dieser Vermutung jedoch wortkarg. 'Es handelt sich um Maßnahmen der Berliner Strafverfolgungsbehörden in einem Ermittlungsverfahren zum Auffinden möglicher Spuren und Beweismittel', erklärte Sebastian Büchner, Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Der Einsatz erstreckte sich über die Strecke zwischen Stubenrauchstraße und Alboinstraße. Hierbei kamen auch spezialisierte Mantrailer-Hunde zum Einsatz, die über die Fahrbahn nach menschlichen Duftspuren suchten. Überraschend wurde die Sperrung bereits nach etwa einer Stunde wieder aufgehoben, obwohl zuvor eine Sperrung bis 15.00 Uhr angekündigt war. Ob der schnelle Abschluss auf zielgerichtete Erfolgsfunde zurückzuführen ist, blieb im Dunkeln. 'Zum Schutz der andauernden Ermittlungen können dazu keine Angaben gemacht werden', äußerte sich Büchner dazu.
Nach Informationen der 'Welt', beruft sich die neue Aktion auf Ermittlungsansätze zum etwa 60-stündigen Stromausfall in Berlin-Köpenick, Mitte September, der rund 50.000 Haushalte ohne Strom setzte. Verfolgt werden Spuren, die auf einen gezielten Eingriff in die Energieversorgung hindeuten. Entsprechende Bereiche entlang der Trassen werden gegenwärtig begutachtet, Beweismittel gesichert und kabelbedingte Schäden dokumentiert.
Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft hat inzwischen den Fall des Blackouts übernommen. 'Die Ermittlungen dauern an', berichtete Büchner auf Nachfrage. Die Polizei vermutet, dass der Brandanschlag von linksextremen Tätern verübt wurde, was durch ein im Internet veröffentlichtes Bekennerschreiben gestützt wird. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte zuvor auf Parallelen zu einem ähnlichen Anschlag im Februar nahe der Tesla-Fabrik in Brandenburg hingewiesen.
Die A100, eine zentrale Schnellstraße Berlins, verbindet über ihre Trasse die Bezirke Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg, Neukölln und Treptow-Köpenick und stellt damit eine bedeutende Verkehrsader dar.

