Erleichterung bei Afghanischen Geflüchteten: Hoffnungsschimmer über den Wolken
Eine lang ersehnte Hoffnung erfüllt sich für einige der knapp 1.900 afghanischen Geflüchteten in Pakistan, denn sie dürfen nach Deutschland ausreisen. Zum vierten Mal seit der neuen Regierungsbildung in Berlin konnten Menschen mit einer Aufnahmezusage per Flug von Pakistan nach Deutschland starten. Geplant ist, dass diese Reisen mit Linienflügen und einem Zwischenstopp in Istanbul das Ziel Hannover erreichen.
Zuvor berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland über den aktuellen Transport. Bereits in der Vergangenheit wurden auf diesem Weg dreimal Menschen aus verschiedenen deutschen Aufnahmeinitiativen für besonders gefährdete Personen aus Afghanistan nach Hannover gebracht und danach auf die verschiedenen Bundesländer verteilt. Aus der Zeit vor der aktuellen Regierung waren jedoch spezielle Charterflüge organisiert worden.
Eine ehemalige Schulleiterin aus Kabul drückte gegenüber der dpa ihre Freude und Dankbarkeit aus: Nach mehr als einem Jahr des Wartens in Islamabad sieht sie nun einer sicheren Zukunft für ihre Töchter in Deutschland entgegen. Ein afghanischer Journalist berichtet von gemischten Gefühlen: Er empfindet Erleichterung über die bevorstehende Reise mit seiner Familie, während ein Teil seiner Verwandten weiterhin in Islamabad ausharren muss.
Das Bundesinnenministerium hebt hervor, dass all jene, die mit einer Aufnahmezusage nach Deutschland kommen, ein Verfahren durchlaufen müssen, das Dokumentenprüfungen und Sicherheitskontrollen umfasst. Viele afghanische Familien warteten seit Monaten oder sogar Jahren in Pakistan, nachdem das Aufnahmeprogramm der vorherigen schwarz-roten Bundesregierung im Mai gestoppt wurde. Trotz des Stoppens der Aufnahmeprogramme erhalten einige Betroffene nach Klagen in Deutschland dennoch Visa. Eine Unterstützung erfahren sie dabei unter anderem durch die Organisation "Kabul Luftbrücke".
Innerhalb der bestehenden Aufnahmeverfahren gibt es verschiedene Kontingente: Etwa 220 afghanische Staatsangehörige sind frühere Ortskräfte, 60 Personen stehen auf einer Menschenrechtsliste, knapp 600 Menschen entstammen einem Überbrückungsprogramm und etwa 1.000 aus dem Bundesaufnahmeprogramm. Im Koalitionsvertrag der früheren Regierung heißt es, dass man freiwillige Bundesaufnahmeprogramme so weit wie möglich beenden und keine neuen auflegen wolle.
- Deutsche Presse-Agentur
- Redaktionsnetzwerk Deutschland
- Kabul Luftbrücke

