Erholung auf breiter Front: Europas Aktienmärkte knüpfen an globalen Aufwärtstrend an
Europas Börsen haben am Donnerstag den positiven Schwingungen der weltweiten Aktienmärkte gefolgt und konnten deutliche Gewinne verzeichnen. Die Anspannung zwischen den USA und Europa im Rahmen des Grönland-Konflikts hat spürbar nachgelassen, was zu einer kräftigen Kursrally an den US-Finanzmärkten geführt hatte, wie der Finanzexperte Andreas Lipkow bemerkt. Am europäischen Markt konnte der EuroStoxx 50 am Mittag ein Plus von 1,22 Prozent verzeichnen und stieg auf 5.954,67 Punkte. Der britische FTSE 100 legte außerhalb der Eurozone ebenfalls zu und erreichte ein Plus von 0,68 Prozent bei 10.207,07 Zählern. Der Schweizer SMI setzte seine positive Entwicklung mit einem Anstieg von 0,61 Prozent auf 13.237,38 Punkte fort. Die Märkte scheinen damit die positive Dynamik der Vorwoche wieder aufgenommen zu haben. Maximilian Wienk von eToro weist darauf hin, dass politische Risiken zwar temporäre Schwankungen verursachen, den langfristigen Trend jedoch nicht nachhaltig beeinflussen.
Besonders erfreulich entwickelte sich der Automobilsektor. Die Marktteilnehmer zeigten sich erleichtert darüber, dass US-Präsident Donald Trump vorerst auf weitere Zollerhöhungen verzichtet, was den exportorientierten Automobilsektor spürbar entlastet. Volkswagen (VW) konnte besonders durch positive Ankündigungen zum Barmittelfluss im Automobilbereich punkten und legte um 4,7 Prozent zu.
Die Telekommunikationswerte erlebten ebenfalls einen Aufschwung. Ein Konsortium, angeführt von Bouygues Telecom, bestätigte neue Verhandlungen zur Übernahme der Altice Group. Bouygues stiegen um 2,6 Prozent an, während Orange SA, ebenfalls Mitglied des Konsortiums, um 3,4 Prozent zulegen konnten. Vodafone konnte sich ebenfalls über ein Plus von knapp drei Prozent freuen, nachdem die Deutsche Bank das Kursziel auf 150 Pence anhob, bei gleichzeitigem Verbleib der Einschätzung auf "Buy". Robert Grindle äußerte sich positiv über die jüngste Steigerung der Geschäftsziele und Dividende, die in den Märkten optimistisch aufgenommen wurde.
Technologiewerte, insbesondere aus dem Halbleiterbereich, waren ebenfalls gefragt. ASML konnte sich um drei Prozent verbessern, getrieben durch die positiven Impulse aus den USA und Asien. Aussagen von Nvidias CEO Huang auf dem Weltwirtschaftsforum ließen zudem die KI-Fantasien aufblühen. Im Rohstoffsektor, der zuletzt etwas unter Druck stand, stach ArcelorMittal hervor. Trotz der allgemeinen Schwäche der Branche verzeichnete das Unternehmen einen deutlichen Zuwachs von 4,6 Prozent, nachdem die Citigroup ihr Kursziel von 45 auf 55 Euro erhöht hatte.

