Europäische Aktienmärkte: Vorübergehende Verschnaufpause nach Jahresauftakt
Europas führende Börsen zeigen am Freitag eine leichte Abwärtsbewegung und geben damit ersten Ermüdungserscheinungen nach einem kraftvollen Jahresstart Raum. In ihrer Vorgehensweise zeigen sich die Händler Richtung Wochenende zunehmend vorsichtiger und verfolgen eine abwartende Haltung, wie Marktexperte Andreas Lipkow erläutert. 'Angesichts der gegenwärtigen Lage scheint es geboten, sich eher defensiv zu verhalten und nicht allzu forsch an den Märkten zu agieren.' Der EuroStoxx 50, europäischer Leitindex, schloss mit einem leichten Minus von 0,19 Prozent bei 6.029,45 Punkten und erzielte dennoch über die Woche hinweg einen Gewinn von etwa 0,5 Prozent. Im Vereinigten Königreich verzeichnete der FTSE 100 einen minimalen Rückgang um 0,04 Prozent auf 10.235,29 Zähler. Der Schweizer SMI fiel um 0,47 Prozent und endete bei 13.413,59 Punkten.
Besonders positiv entwickelten sich die Pharmaaktien. Hervorzuheben ist Novo Nordisk, das mit einem Anstieg von 6,5 Prozent brillierte. Dies ist vor allem der Zulassung einer höheren Dosierung des Gewichtsreduktionmittels 'Wegovy' in Großbritannien zu verdanken. Analysten, darunter Experten von Berenberg und Bank of America, zeigen sich zunehmend optimistisch und haben ihre Kursziele angehoben. Auch die Deutsche Bank sieht großes Potenzial in der Aktie, die sich im Jahr 2025 fast halbiert hatte, aber seit Jahresbeginn stark gestiegen ist.
Nicht alle Werte der Branche konnten jedoch überzeugen. Sanofi verzeichnete ein Minus von 1,0 Prozent, nachdem die UBS das Kursziel von 105 auf 88 Euro gesenkt und die Einstufung von 'Buy' auf 'Neutral' revidiert hatte. Grund für den Pessimismus sei das Fehlen neuer Medikamente, die ältere Präparate mit ablaufendem Patentschutz ersetzen könnten, so Analyst Matthew Weston. Rohstoffwerte zeigten ebenfalls Schwächen. Nach den Höhenflügen der letzten Monate setzte nun eine Konsolidierung ein. Auch die Luxusgüterbranche geriet unter Druck: Richemont verlor 5,4 Prozent, womit sich die Abgaben vom Vortag fortsetzten. Die Bank of America stufte den Wert von 'Buy' auf 'Neutral' herab, da nach der Erholungsrallye seit August die Bewertungen des Sektors über dem historischen Durchschnitt lägen. Das Potenzial der 'Anlagestory' von Richemont sei zunächst ausgereizt.

