Erdgaspreise pendeln sich nach Höhenflug ein
In den vergangenen Tagen haben die Preise für europäisches Erdgas einen bemerkenswerten Aufwärtstrend erlebt, jedoch deutet der jüngste Handelstag auf eine Stabilisierung hin. Nachdem der richtungsweisende Terminkontrakt TTF an der Börse in Amsterdam zu Wochenbeginn einen Rekordstand von über einem Jahr mit 54,80 Euro je Megawattstunde (MWh) erzielte, fiel der Preis am Dienstagmorgen auf 53,25 Euro zurück.
Seit Mitte Dezember hat der Rohstoffpreis insgesamt um nahezu 40 Prozent zugelegt. Ein zentrales Element der jüngsten Preisbewegungen ist die Unsicherheit rund um die US-Zollpolitik. Besonders die unklare Situation mit China, das auf US-Zölle mit Gegenzöllen reagiert hat, beeinflusst die Rohstoffmärkte.
Mexiko und Kanada haben sich derweil mit US-Präsident Donald Trump auf eine vorübergehende Aussetzung der Zölle geeinigt, was für eine gewisse Beruhigung sorgt. Obwohl der aktuelle Preisrückgang nach dem starken Anstieg beobachtet wird, bleibt der Erdgaspreis unter den Extremwerten des vergangenen Jahres.
Während des Sommers 2022 erreichten die Notierungen kurzfristig über 300 Euro, vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges. Zurzeit unterstützen kalte Wettervorhersagen für Nordwesteuropa die Nachfrage, was den Druck auf die Gasspeicher verstärkt.
Meteorologen erwarten, dass die Temperaturen auch im Februar unterdurchschnittlich bleiben werden. Seit Jahresbeginn schwinden die Gasreserven zusehends. Der europäische Gasspeicherverband GIE meldete am 2. Februar für Deutschland eine Füllstandsquote von 54,44 Prozent, ein Rückgang von fast 80 Prozent zu Jahresbeginn.
Im Vergleich zu 74 Prozent im Vorjahr zeigt sich ein deutlicher Verbrauchstrend. Allerdings liegen deutsche Gasspeicher über dem europäischen Durchschnitt, der mit 52,65 Prozent angegeben wird, was eine gewisse Stabilität inmitten der Unsicherheiten bietet.

