Nachruf

Er spielte Batman und Jim Morrison: Val Kilmer stirbt mit 65

02. April 2025, 08:41 Uhr · Quelle: dpa
Als Hollywood-Held war Val Kilmer in Filmen wie «Top Gun», «The Doors» und «Batman Forever» zu sehen. Zwischenzeitlich kämpfte der Schauspieler mit einer Krebserkrankung. Er wurde 65 Jahre alt.

Los Angeles (dpa) - Die ikonische Rolle als Pilot Tom «Iceman» Kazansky im Actionfilm «Top Gun» machte ihn 1986 über Nacht berühmt - nun ist der US-amerikanische Schauspieler Val Kilmer im Alter von 65 Jahren gestorben. Kilmer spielte den erbitterten Konkurrenten von Tom Cruise in der Rolle als Pete «Maverick» Mitchell, mit dem er sich bei riskanten Kampfflügen maß. Danach zählte er in den 80er und 90er Jahren zu den Topverdienern in Hollywood.

Sein Handwerk lernte der gebürtige Kalifornier an der renommierten Julliard School in New York, wo er als 17-Jähriger zu den jüngsten Talenten zählte. Seine Vorliebe galt zunächst klassischen Theaterstücken, doch dann wurde Hollywood auf den blonden Schauspieler mit dem kantigen Gesicht aufmerksam. Sein Spielfilm-Debüt gab er 1984 in dem Spionage-Klamauk «Top Secret!».

Kilmer starb am Dienstag (Ortszeit) an einer Lungenentzündung, wie US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf seine Tochter berichteten. Auf dem offiziellen «Top Gun»-Kanal der Plattform X hieß es: «In Erinnerung an Val Kilmer, dessen unauslöschliche Spuren im Kino Genres und Generationen überspannen. RIP Iceman.»

Kilmer überwand Krebserkrankung

Auf der Leinwand war Kilmer zuletzt ausgerechnet in der Fortsetzung von «Top Gun» zu sehen, diesmal als Kumpel von Cruise. Jedoch sprach er in «Top Gun: Maverick» (2022) nur wenige Sätze, mit gebrochener Stimme. Seiner Figur Iceman war in der Geschichte das Gleiche widerfahren wie dem Schauspieler im richtigen Leben: Er war an Krebs erkrankt und hatte seine Stimme verloren. 

Kilmer musste sich wegen Kehlkopfkrebs vor einigen Jahren einer Chemotherapie und einem Luftröhrenschnitt unterziehen. Den Krebs habe er schnell überwunden, er vermisse aber seine alte Stimme, sagte der Schauspieler 2020 in einem TV-Interview.

 «Ein brillanter Schauspieler»

Die Szene mit dem krebskranken Iceman, der nach dem Verlust seiner Stimme Sätze auf dem Computer schreibt, zählte zu den berührendsten Momenten der «Top Gun»-Fortsetzung. Cruise erzählte in der Sendung von Talkmaster Jimmy Kimmel, dass er zu Tränen gerührt gewesen sei, mit seinem alten Freund zu drehen. «Er ist so ein brillanter Schauspieler und ich liebe seine Arbeit», bescheinigte Cruise seinem Co-Star. 

Auch in der Realität half Kilmer anhand von Software bei der Kommunikation nach: Mit Künstlicher Intelligenz und alten Audioaufzeichnungen stellte eine britische Softwarefirma eine Kopie seiner Stimme her. Die Fähigkeit, zu kommunizieren, sei das Kernstück des menschlichen Lebens, sagte der Schauspieler laut «Variety». Nach dem Krebs sei es für viele schwierig gewesen, ihn zu verstehen. Es sei ein «ganz besonderes Geschenk», seine vertraute Stimme wiederzuhaben.

Durch schwierige Zeiten half ihm zudem dem «Hollywood Reporter» zufolge nach eigener Aussage sein Glaube. Kilmer war Mitglied der Religionsgemeinschaft «Christliche Wissenschaft», die unter anderem an Heilung durch Gebete glaubt. 

Rocker, Outlaw, Superheld

Nach dem Erfolg als Nebendarsteller in «Top Gun» stand Kilmer 1991 in der Hauptrolle des Musikfilms «The Doors» als der legendäre Sänger Jim Morrison vor der Kamera. In «Tombstone» (1993) spielte er den Westernhelden Doc Holliday, in Joel Schumachers «Batman Forever» (1995) wurde er zum hoch bezahlten Superhelden. Mit der Filmlegende Marlon Brando drehte er 1996 «DNA – Die Insel des Dr. Moreau».

In Michael Manns Thriller «Heat» war Kilmer 1995 an der Seite von Robert De Niro und Al Pacino Teil einer Diebesbande. «Als ich mit Val an "Heat" arbeitete, staunte ich immer wieder über die Bandbreite, die brillante Variabilität innerhalb des kraftvollen Sogs von Vals besitzergreifendem und ausdrucksstarkem Charakter», teilte Mann dem «Hollywood Reporter» nach Kilmers Tod mit.

Kilmers Höhenflug hielt dabei nicht durchgängig an. Filme floppten, auch sein Ruf als streitlustiger Mensch kostete ihn in Hollywood Rollen.

Im Fantasy-Kultfilm «Willow» (1988) war er an der Seite der britischen Schauspielerin Joanne Whalley zu sehen, die er kurz nach Drehende heiratete. Aus der Ehe, die später geschieden wurde, gingen Tochter Mercedes (33) und Sohn Jack (29) hervor.

Viele Liebschaften

Der charismatische Star war nur einmal verheiratet, hatte aber wohl zahlreiche Promi-Liebschaften. In seinen Memoiren (2020) «I'm Your Huckleberry» erzählte Kilmer von seinem früheren Leben in Hollywood, darunter auch über seine Verhältnisse mit Kolleginnen wie Cher, Michelle Pfeiffer, Daryl Hannah und Ellen Barkin. 

Nicht nur in Memoiren, auch in einer Doku blickte der Schauspieler auf sein Leben zurück. Der Film «Val» feierte 2021 bei den Festspielen in Cannes seine Weltpremiere. Die Tochter wirkte als Produzentin mit, der Sohn fungierte wegen der angeschlagenen Stimme des Vaters als Erzähler.

«Sensibel und klug, mit der Seele eines Clowns»

Ein Clip aus den frühen 80er Jahren zeigt den jungen Kilmer mit Sean Penn und Kevin Bacon, alle Anfang 20, auf der Theaterbühne. Er habe sich danebenbenommen, er sei mutig gewesen, manchmal grotesk, erzählt er zu Szenen aus seinen Filmen und seinem Leben. Er sei sensibel und klug, mit der Seele eines Clowns.

Film / Kino / USA / Porträt
02.04.2025 · 08:41 Uhr
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