Eon entdeckt ungenutztes Potenzial von E-Auto-Batterien als Stromspeicher
Deutschlands größter Energieversorger, Eon, hat das immense Potenzial von in Elektroautos verbauten Batterien als flexible Stromspeicher entdeckt. Eine aktuelle Analyse des Unternehmens hebt hervor, dass bis Anfang 2025 über 225.000 Neuzulassungen von Elektroautos in Deutschland erwartet werden, die zu bidirektionalem Laden fähig sind. Dies ermöglicht es, mit geeigneten Wallboxen nicht nur den Eigenverbrauch der Fahrzeuge abzudecken, sondern auch überschüssige Energie in das Haushalts- oder öffentliche Stromnetz rückzuspeisen. Während erste Pilotprojekte zur Erprobung dieser Technologie laufen, ist ihre breitere Anwendung noch durch ungelöste regulatorische Fragen limitiert. Verbraucherzentralen und der Tüv-Verband mahnen an, dass klare rechtliche Rahmenbedingungen, einheitliche Standards und marktwirtschaftlich tragfähige Tarife dringend erforderlich sind.
Eon unterstreicht das enorme Speichervolumen dieser Batterien: Bei optimaler Nutzung könnten bis zu 60 Prozent der verfügbaren Kapazitäten nachts mobilisiert werden, um fast 8.000 Megawattstunden Energie zu liefern. Dies könnte ausreichen, um zweieinhalb Millionen Haushalte während der Nachtstunden zu versorgen – eine Zeit, in der der Energieverbrauch hoch, aber die Verfügbarkeit von Solarenergie niedrig ist.
Technisch ausgereiftere Modelle könnten so die Funktion von etwa zweieinhalb großen Gaskraftwerken übernehmen und gleichzeitig signifikante Mengen an CO2-Emissionen einsparen. Aktuell sind rund 30 Automodelle für bidirektionales Laden vorbereitet und bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten: vom direkten Anschluss externer Geräte über eine im Fahrzeug integrierte Steckdose bis zur Einspeisung in das Hausnetz oder ins allgemeine Stromnetz.

