Entscheidung an der Zinsfront: US-Notenbank vor kniffliger Sitzung
Die Federal Reserve steht vor einer entscheidenden Weichenstellung: Angesichts eines schwächelnden Arbeitsmarktes und einer hartnäckig hohen Inflation fragt sich der Zentralbankrat der Fed, ob eine weitere Zinssenkung der richtige Weg ist. Dieses Mal könnte eine Senkung die Zinsspanne auf 3,5 bis 3,75 Prozent reduzieren. Es wäre die dritte Reduzierung in diesem Jahr und nicht zuletzt aufgrund der Stagnation hiesiger ökonomischer Daten infolge des Haushaltsstillstands eine brisante Entscheidung.
Obwohl das Büro für Arbeitsmarktstatistik die Inflationszahlen für Oktober nicht veröffentlichen konnte, erwarten Experten dennoch eine Zinssenkung. Die entscheidenden Daten sollen erst Mitte Dezember nachgereicht werden.
Gunter Deuber, Chefvolkswirt der Raiffeisen Bank International, betont die Zwiespältigkeit innerhalb der Fed angesichts der unklaren wirtschaftlichen Lage. Während die US-Zollpolitik unter Präsident Trump die Inflation niedriger gehalten hat als erwartet, bleibt die Zentralbank zwischen dem Balanceakt von Preiskontrolle und Arbeitslosenquote hin- und hergerissen. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, beschreibt das Gremium der Federal Reserve als so uneinig wie selten zuvor, was die Spannung vor der bevorstehenden Sitzung deutlich erhöht.
Die Entscheidung der Fed wird letztlich beeinflussen, ob ein Kompromiss zwischen Wirtschaftswachstum und Preisstabilität erreicht wird. Hohe Zinsen bremsen das Wachstum durch erhöhte Kreditkosten, während niedrige Zinsen zwar die Wirtschaft und die Beschäftigung fördern, gleichzeitig aber Inflationsrisiken bergen.

