Eni verkauft bedeutenden Anteil an Vitol: Côte d’Ivoires Offshore-Projekt neu strukturiert
Der italienische Energiekonzern Eni hat den Verkauf eines 30%igen Anteils an dem Offshore-Projekt Baleine in Côte d’Ivoire an das Energiehandelsunternehmen Vitol abgeschlossen. Damit verändert sich die Partnerschaftsstruktur eines der wichtigsten Öl- und Gasentwicklungsprojekte des Landes. Trotz dieser Transaktion bleibt Eni mit 47,25% weiterhin der Hauptbetreiber, während Vitol nun 30% besitzt und das staatliche Petroci die verbleibenden 22,75% hält.
Diese jüngste Entwicklung ist Teil eines größeren, bereits im März 2025 angekündigten 1,65 Milliarden Dollar umfassenden Pakets. Im Zuge dessen erwarb Vitol ebenfalls 25% an Enis 65%iger Beteiligung an Congo LNG, dem ersten Flüssiggas-Projekt der Republik Kongo. Laut Eni könnten Schlussanpassungen den Wert des Gesamtdeals um bis zu 1 Milliarde Dollar erhöhen.
Das Baleine-Projekt, das Eni 2021 entdeckte und 2023 in Betrieb nahm, gilt als Afrikas erstes emissionsfreies Upstream-Projekt und stellt den größten Kohlenwasserstofffund in Côte d’Ivoire dar. Aktuell übersteigt die Produktion aus den Phasen 1 und 2 62.000 Barrel Öl und 75 Millionen Kubikfuß Gas pro Tag. Mit der laufenden Phase 3 wird ein Anstieg auf bis zu 150.000 Barrel Öl und 200 Millionen Kubikfuß Gas täglich erwartet.
Die Beteiligung von Vitol stärkt nicht nur die traditionell gute Zusammenarbeit mit Eni in Westafrika, wo beide Firmen in Ghana beim Offshore Cape Three Points (OCTP) und Block 4 kooperieren. Beide Unternehmen unterzeichneten kürzlich auch eine Absichtserklärung mit der ghanaischen Regierung, um die Gasproduktion am OCTP-Projekt durch Upgrades zu steigern.
Eni betonte, dass die Baleine-Transaktion im Einklang mit seinem „Dual-Exploration-Model“ steht, das auf eine schnelle Monetarisierung von Entdeckungen und die Optimierung des Upstream-Portfolios abzielt. Durch den Verkauf von Anteilen bei gleichbleibender Betriebsführerschaft will Eni Kapital für neue Projekte freisetzen und gleichzeitig eine strategische Präsenz erhalten.
Mit Vitols Beteiligung großem Know-how in Handel und Infrastruktur gewinnt Côte d’Ivoire einen wertvollen Partner für sein bedeutendstes Offshore-Energieprojekt, während Eni die Führung bei der Weiterentwicklung eines Feldes behält, das für das Energiewachstum und die regionale Versorgung des Landes entscheidend ist.

