Eni und Commonwealth Fusion Systems: Aufbruch in eine neue Energieära
Die italienische Energiefirma Eni hat sich zu einem richtungsweisenden Schritt entschlossen und einen über eine Milliarde US-Dollar schweren Stromabnahmevertrag mit dem Commonwealth Fusion Systems-Projekt in Virginia unterzeichnet. Ab den frühen 2030er-Jahren soll das Projekt Strom durch die gleiche Reaktion erzeugen, die auch die Sonne antreibt.
Der ARC-Projektdeal umfasst 400 Megawatt im Bezirk Chesterfield, trotz Unklarheiten über die endgültigen Kosten oder den Fertigstellungstermin. Der erzeugte Strom soll das Stromnetz in Virginia versorgen, einer Region, die für ihre Datenzentren bekannt ist, die besonders energieintensiv arbeiten.
"Dies zeigt, dass Unternehmen mit hohem Energiebedarf, die den Energiemarkt verstehen, bereit sind, in Fusionsenergie zu investieren," betonte Bob Mumgaard, CEO und Mitbegründer von CFS. Angesichts steigender Energiebedarfe, insbesondere bedingt durch Künstliche Intelligenz und Datenzentren, suchen Technologiegrößen mittlerweile verstärkt nach sicheren Stromquellen.
Eni, einst auf fossile Brennstoffe spezialisiert, positioniert sich nun als innovatives Energieunternehmen und hat seit 2018 in CFS investiert. Lorenzo Fiorillo, der Technologie-, F&E- und Digitaldirektor von Eni, beschreibt Fusionsenergie als einen „grundlegend revolutionären Weg“, um energetische Herausforderungen zu bewältigen. Zudem hat CFS im Juni einen vergleichbaren Stromabnahmevertrag mit Alphabet's Google geschlossen.
Fusionsenergie, die Energie durch Zusammenführung von leichten Atomen unter extremen Bedingungen freisetzt, bleibt ein komplexes Forschungsfeld. 2022 gelang es dem Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien, kurzzeitig einen Nettoenergiegewinn aus einem Fusionsexperiment zu erzielen.
Bob Mumgaard von CFS gibt zu, dass technologische Hürden bleiben, doch der Fokus habe sich verschoben. „Wir diskutieren nun die Details des Wann, Wie und Wo, nicht mehr das Ob.“

