Engpass bei Spezialschiffen bedroht Offshore-Windenergie-Ausbau
Der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) hat seine Besorgnis über die begrenzte Verfügbarkeit von Spezialschiffen zur Errichtung von Offshore-Windparks zum Ausdruck gebracht. Laut VSM-Hauptgeschäftsführer Reinhard Lüken erfordert der Ausbau der Windenergie auf dem Meer eine Vielzahl von Spezialschiffen, darunter Installations- und Kabellegeschiffe, für die in Deutschland nur eingeschränkte Kapazitäten bestehen.
Die zunehmende Größe der Windenergieanlagen und ihre Installation in größerer Entfernung zur Küste bedeuten eine erhebliche Herausforderung. Dies erhöht die Anforderungen an die eingesetzten Schiffe, insbesondere jene mit großer Leistung, die häufiger von ausländischen Reedereien, vor allem aus China, bereitgestellt werden. Der Hamburger Verband, der die Interessen von Werften und Zulieferern vertritt, plädiert dafür, diese Spezialschiffe in Deutschland und Europa zu bauen.
Konkrete Bedarfszahlen nennt der Verband jedoch nicht. Vom Bundesverband Windenergie Offshore wird berichtet, dass während der 18-monatigen Errichtungsphase eines Windparks bis zu 150 Spezialschiffe benötigt werden, wobei zeitgleich bis zu 40 Schiffe operieren können. Eine vollständige Übersicht über den genauen Einsatz der Schiffe liegt nicht vor, da je nach Bauphase und Projektgröße unterschiedliche Schiffstypen und Kapazitäten erforderlich sind.
Die Bundesregierung hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2030 soll die Offshore-Windenergie-Kapazität auf 30 Gigawatt (GW) steigen, bis 2035 auf 40 GW und bis 2045 auf 70 GW. Derzeit sind in der deutschen Nord- und Ostsee über 1.600 Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 9,2 GW installiert, berichtet das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie.

