Energiewende: Kostentreiber, Herausforderungen und notwendige Neuausrichtungen
Die Energiewende wird zunehmend als finanzielle Herausforderung wahrgenommen. Laut einer Studie der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) könnten die Kosten bei Beibehaltung des bisherigen Kurses in den nächsten 25 Jahren astronomische 5,4 Billionen Euro betragen. DIHK-Präsident Peter Adrian fordert deshalb einen Paradigmenwechsel in der Energiepolitik, um signifikante Kosteneinsparungen zu erzielen.
Auch Katherina Reiche, die Wirtschafts- und Energieministerin, bekundet den Wunsch nach einem Neuanfang. Ihre Vision umfasst den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Doch umstritten bleibt ihre Ansicht, die staatliche Förderung für kleine Solaranlagen zu streichen. Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der DIHK, lobt Reiches Ansatz, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit stärker in den Fokus zu rücken.
Die Untersuchung von Frontier Economics offenbart, dass massive Investitionen notwendig werden, sollten wir den derzeitigen Kurs fortsetzen. Aktuell liegen die privaten Investitionen in Energie, Industrie, Gebäuden und Verkehr zwischen 82 Milliarden Euro jährlich, könnten aber bis 2035 auf über 316 Milliarden Euro steigen. Hauptsächliche Kostentreiber sind der Netzausbau und die Umstellung industrieller Prozesse.
Der DIHK kritisiert vor allem die kleinteilige Regulierung und das technologische "Mikromanagement" in der Politik. Die Haltung der Kammer plädiert für mehr Technologieoffenheit und eine stärkere Berücksichtigung des CO2-Preises. Zusätzlich wird ein langsamerer Stromnetzausbau und die Verschiebung des Ziels der Klimaneutralität auf 2045 vorgeschlagen, um über eine Billion Euro bis 2050 einzusparen.

