Endlagersuche in neuem Tempo: Minister Schneider drückt aufs Gas
Bundesumweltminister Carsten Schneider strebt danach, die langwierige Suche nach einem geeigneten Endlager für deutschen Atommüll erheblich zu beschleunigen. Der SPD-Politiker äußerte sich optimistisch zu einem ehrgeizigeren Zeitplan. „Wir befinden uns im Jahr 2025, und mein Ziel wäre, das Jahr 2050 als realistischen Abschluss zu setzen“, erklärte Schneider mit einem ernsten, aber energischen Blick.
Ursprünglich hatte das Freiburger Öko-Institut in einem anspruchsvollen Gutachten berechnet, dass die Suche im besten Fall bis 2074 dauern könnte. Der Auftrag war vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) vergeben worden. Diese Prognose kontrastiert deutlich mit früheren Annahmen des Bundesumweltministeriums unter der Leitung der Grünen-Politikerin Steffi Lemke, die 2050 als greifbares Ziel genannt hatte. Noch früher war sogar das Jahr 2031 als ambitionierter Endpunkt ins Auge gefasst worden.
Minister Schneider betonte die Dringlichkeit des Vorhabens unter Bezugnahme auf finanzielle und generationenübergreifende Verantwortlichkeiten. „Es ist kaum zu rechtfertigen, dass erst die übernächste Generation mit der Einlagerung beginnen wird“, so Schneider nachdenklich. Persönlich wäre er wohl nicht mehr unter den Lebenden, wenn ein Endlager erst in den 2070er Jahren betriebsbereit würde, fügte er schmunzelnd hinzu. Beherzt kündigte er an, die möglichen Beschleunigungsoptionen auszuschöpfen und hofft hierbei auf die Unterstützung des Parlaments.
Die Dimension der finanziellen Belastungen sei nicht zu unterschätzen, denn es gehe um Milliardenbeträge. Der Prozess der Suche ist bereits seit 2017 im Gange.

