Ende der USAID: Ein Paradigmenwechsel in der US-Entwicklungshilfe
Die US-Entwicklungspolitik erlebt einen tiefgreifenden Wandel, nachdem Außenminister Marco Rubio das Ende der Auslandshilfen durch die US-Entwicklungsbehörde USAID offiziell verkündet hat. Rubio kritisiert offen die bisherigen Bemühungen der Behörde und hinterfragt deren Effektivität. Laut ihm wurden Entwicklungsziele oftmals verfehlt, die Instabilität in den betroffenen Regionen hat zugenommen und anti-amerikanische Stimmungen sind gediehen. Rubio kommentiert trocken: „Diese Ära von der Regierung unterstützter Ineffizienz ist offiziell zu Ende gegangen.”
Künftig wird das Außenministerium die Verwaltung jener Auslandshilfsprogramme übernehmen, die mit der politischen Linie der US-Regierung in Einklang stehen und amerikanische Interessen fördern. Bereits zu Beginn des Jahres leitete die Trump-Regierung den Prozess der Auflösung von USAID ein, unter Verweis auf geringe Nutzen bei hohen Kosten. Rubio kündigte im März an, dass mehr als 80 Prozent der Projekte, einst unter der Aufsicht von USAID, gestrichen werden.
Von ursprünglich etwa 6.200 geplanten Initiativen sollen lediglich 1.000 vom Außenministerium weitergeführt werden. Diese Maßnahmen blieben nicht ohne juristische Gegenwehr. Die Auflösung von USAID, einer der global größten Organisationen ihrer Art, bedeutet ein Ende der internationalen Hilfsmaßnahmen, die von der Aids-Behandlung bis zum Wiederaufbau in Kriegsgebieten reichten.
Eine kürzlich im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichte Studie prognostiziert indes düstere Folgen: Innerhalb der nächsten fünf Jahre könnten mehr als 14 Millionen Menschen zusätzlich sterben, darunter circa fünf Millionen Kinder unter fünf Jahren. Diese alarmierenden Zahlen entstammen einer Untersuchung, bei der Forschende Sterblichkeitsdaten aus über 130 Ländern analysierten und Vorhersagen für 2025 bis 2030 trafen.

