Emmanuel Macron und König Charles III.: Eine Erneuerung der Entente Cordiale?
Die Beziehung zwischen Frankreich und Großbritannien erlebt aktuell eine Renaissance, und der Staatsbesuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Vereinigten Königreich steht sinnbildlich dafür. In Windsor eröffnete der Präsident seinen Besuch mit einer Ausstellung, die die gemeinsame Historie beider Länder beleuchtet – eine noch immer relevante Geschichte politischer Größen.
König Charles III. unterstrich die Bedeutung der Partnerschaft vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen, wie von der britischen Nachrichtenagentur PA berichtet wurde. Mit Blick auf die komplexen Bedrohungen dieser Zeit betonte der Monarch die Bedeutung des Schicksalsgemeinschaftsgedankens. Im Rahmen des Besuchs wird die Aufmerksamkeit nicht nur auf staatliche Etikette und opulente Empfangszeremonien gerichtet, sondern auch auf Krisen wie den Konflikt in der Ukraine – mit Macron und Premierminister Keir Starmer als zentrale Akteure für Friedensdialoge.
Für Aufsehen sorgte die Ankündigung eines virtuellen Treffens der sogenannten „Koalition der Willigen“ zum Ukraine-Krieg, nachdem Macron und Starmer sich eine potenzielle Führungsrolle in einer Friedensmission auf die Fahnen geschrieben hatten. Die Ideen stehen jedoch vor Herausforderungen, insbesondere wegen der fehlenden Unterstützung durch den früheren US-Präsidenten Donald Trump.
Im bilateralen Kontext ist eine Wiederannäherung unverkennbar. Gerade erst wurde der 120. Jahrestag des „Entente Cordiale“-Abkommens gefeiert, einem Symbol mächtiger Zusammenarbeit seit 1904. Nach dem Brexit hatten britische und französische Beziehungen jedoch einen Dämpfer erlitten. Doch mit der stabilisierenden Verwaltung in London und den politischen Umwälzungen in den USA zeigt sich ein positiver Umschwung.
Ein Thema von innerräumlicher Bedeutung ist die Migration über den Ärmelkanal. Premierminister Starmer sieht die Notwendigkeit, seine Allianz mit Macron zu stärken, um die Herausforderungen der irregulären Migration besser zu bewältigen – eine Diskussion, die Nigel Farage mit seiner Reform-Partei in den Mittelpunkt rückt.
Nicht zuletzt erinnert Macrons Reise an den Besuch von Nicolas Sarkozy im Jahr 2008 bei Queen Elizabeth II. und lässt Briten spekulieren, ob dies ein Vorbild für den kommenden Besuch des US-Präsidenten im September sein könnte.

