Stromausfall in Berlin: Brandschaden legt Tausende Haushalte lahm

Im Südwesten Berlins herrscht Ausnahmezustand: Ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal hat den Stromausfall für rund 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe verursacht. Der Samstagmorgen begann somit dunkel und kalt in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde, denn Elektrizität ist der unverzichtbare Motor des urbanen Lebens. Die Berliner Polizei hat Ermittlungen mit Verdacht auf Brandstiftung eingeleitet.
Die Konsequenzen des Stromausfalls sind weitreichend: Supermärkte wie Aldi und benachbarte Konkurrenzgeschäfte blieben geschlossen. Auch Ampelanlagen und Mobilfunknetze sind außer Betrieb. Die Polizei informiert die Bevölkerung zügig über Lautsprecherwagen und rät zur sparsamen Nutzung von Mobiltelefonen. Aufgrund der Heizungsausfälle sollten Betroffene Unterkünfte bei Freunden oder Verwandten in Erwägung ziehen.
Besonders betroffen sind Pflegeheime und Krankenhäuser. Feuerwehr-Sprecher Vinzenz Kasch berichtet von Verlegungen der Bewohner und der dynamischen Lagebeurteilung. Die Feuerwehr mahnt zur Vorsicht beim Einsatz gasbetriebener Heizgeräte in Innenräumen und empfiehlt, sich im Notfall direkt an nahegelegene Feuerwachen zu wenden. Auch Berliner aus unbetroffenen Stadtteilen sind aufgerufen, betroffene Verwandte zu unterstützen.
Stromnetz Berlin kann noch keine genaue Prognose zum Ende der Stromunterbrechung abgeben. Reparaturteams arbeiten daran, die Stromversorgung schrittweise wieder aufzunehmen. Der starke Verdacht, dass ein Baucontainerbrand unter der Kabeltrasse die Ursache ist, verstärkt die polizeilichen Ermittlungen, die zurzeit von der Kriminalpolizei geleitet werden. Ein politischer Hintergrund der Brandursache wird zwar vermutet, ist jedoch noch unbestätigt.
Ein ähnlicher Vorfall aus dem September, ebenfalls mit einem politisch motivierten Hintergrund, lässt das Ausmaß der Herausforderung erkennen. Auch damals dauerte es Tage, die volle Elektrizitätsversorgung wiederherzustellen und betraf rund 50.000 Kunden. Die aktuellen Ermittlungen könnten daher bald ebenfalls auf den Staatsschutz ausgedehnt werden.

