Elektromobilität in Deutschland: BYD überholt Tesla in der Gunst der Käufer
Der Boom der Elektromobilität setzt sich in Deutschland unaufhaltsam fort. Laut Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts erreichte die Zahl der neu zugelassenen Elektrofahrzeuge im Mai über 43.000, was einem Zuwachs von fast 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit fährt inzwischen beinahe jeder fünfte Neuwagen mit elektrischem Antrieb –prägnante Zahlen für einen Markt, der sich rasant entwickelt.
Analysten begründen den beeindruckenden Anstieg mit mehreren Faktoren. Constantin Gall von der Beratungsgesellschaft EY hebt hervor, dass das vergangene Jahr besonders schwach begann und somit den aktuellen Zuwachs positiver erscheinen lässt. Des Weiteren hätten viele Hersteller aktiv daran gearbeitet, den Preisunterschied zwischen herkömmlichen Verbrennern und Elektrofahrzeugen zu verringern. Attraktive Finanzierungs- und Leasingkonditionen sowie steuerliche Vorteile für elektrische Dienstwagen beflügeln die Verkäufe zusätzlich.
Interessant wird die Konkurrenzsituation unter den Herstellern, insbesondere am deutschen Markt. Während Tesla eine rückläufige Entwicklung verzeichnet, verkaufte der amerikanische Elektroauto-Pionier im Mai nur rund 1.200 Fahrzeuge in Deutschland – ein Rückgang von über einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Dagegen erlebte der chinesische Hersteller BYD einen regelrechten Absatzsprung. Mit einem beeindruckenden Plus von über 800 Prozent konnte BYD im vergangenen Monat fast 1.860 Neufahrzeuge absetzen und somit Tesla in der Käufergunst überholen.
Trotz der positiven Entwicklung bei Elektroautos stagniert der Gesamtmarkt für Neuwagen in Deutschland. Die Neuzulassungen legten minimal um 1,2 Prozent auf rund 239.300 Einheiten im Mai zu und bleiben damit deutlich unter den Niveau vor Beginn der Pandemie. Weiterhin belasten hohe Neuwagenpreise, Arbeitsplatzunsicherheit bei den Verbrauchern sowie Zurückhaltung der Unternehmen bei Investitionen das Marktgeschehen.

