Eisai korrigiert Umsatzprognose für Alzheimer-Medikament Leqembi
Der japanische Pharmakonzern Eisai hat seine Umsatzprognose für das Alzheimer-Medikament Leqembi (Lecanemab) gesenkt, wobei Verzögerungen bei den Erlösen in den USA als Hauptgrund angegeben werden. Ursprünglich erwartete Einnahmen für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2024 von 370 Millionen Dollar mussten um etwa 90 Millionen Dollar auf nunmehr 280 Millionen Dollar korrigiert werden. Dennoch zeigten sich die Aktien des Unternehmens zu Handelsbeginn um 0,92 % höher als beim vorherigen Schlusskurs, was auf insgesamt starke Umsatzzahlen und einen Bruttogewinnanstieg von 103 % im Jahresvergleich zurückzuführen ist.
Laut CEO Haruo Naito, der am 8. November die Q2-Ergebnisse des Unternehmens präsentierte, sei der schleppende Absatzverlauf in den USA eine maßgebliche Ursache der revidierten Prognose. Trotz der Korrektur erwartet Eisai im US-Markt ein Umsatzwachstum von 153 % von der ersten zur zweiten Jahreshälfte, während in Japan ein Zuwachs von 184 % prognostiziert wird.
Der langsame Marktstart von Leqembi in den USA wird auf logistische Herausforderungen bei der Verabreichung und Diagnoseprobleme zurückgeführt. Eisai schätzt, dass 10.000 Alzheimer-Patienten für Leqembi infrage kommen, von denen bereits 4.000 mit der Behandlung begonnen haben.
Obwohl Eisai derzeit an der Bewältigung bestehender Probleme arbeitet und markterweiternde Initiativen anstößt, befindet sich eine intravenöse (IV) Monatsformulierung von Leqembi in der Prüfungsphase bei der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA), die Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein soll. Diese neue Darreichungsform soll die Therapie erleichtern und weniger belastend machen.
Eisai äußerte sich nicht sofort zu den Kommentaranfragen von Pharmaceutical Technology bezüglich der gesenkten Leqembi-Erwartungen.
Interessanterweise kommt die Änderungsprognose von Eisai einige Monate nach einer Entscheidung des britischen NHS gegen Leqembi aufgrund zu hoher Kosten im Vergleich zum Nutzen. Ebenso erging es Eli Lillys Wettbewerbsprodukt Kisunla (Donanemab), das ebenfalls vom NHS abgelehnt wurde. Zuletzt scheiterte Leqembi im Juli an der Zustimmung der Europäischen Arzneimittel-Agentur.
Leqembi zielt als zweifach wirkender monoklonaler Antikörper auf die Bekämpfung von Amyloid-Beta-Aggregaten ab, die als Haupttreiber des Alzheimer-Fortschreitens gelten. Trotz des holprigen Starts prognostiziert das Pharma Intelligence Centre von GlobalData, dass das Medikament bis 2030 weltweit 4,2 Milliarden Dollar generieren wird.

