Einflussreiche Kandidaten und die stille Hoffnung Trumps auf den Friedensnobelpreis
US-Präsident Donald Trump zeigt sich selbstbewusst und verweist stolz auf seine diplomatischen Erfolge: Er habe binnen sieben Monaten sieben fast unlösbare Konflikte beendet, wie er jüngst vor der UN in New York verkündete. Diese Aussage kommt inmitten eines neu angestoßenen Friedensprozesses zwischen Israel und der Hamas, der unter Trumps Vermittlung zustande kam. Gleichzeitig herrscht Spannung darüber, wer diese Woche in Oslo den Friedensnobelpreis entgegennehmen wird.
Die Nominierungen für den prestigeträchtigen Preis bleiben traditionell geheim, was Spekulationen schürt und die Diskussion entfacht, ob Trump tatsächlich als Kandidat in Betracht gezogen werden könnte.
Karim Haggag, Direktor des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri, äußert sich differenziert zu Trumps vermeintlichen Leistungen. Während einige Menschen ihm den Preis zuschreiben würden, sehen andere ihn als unwürdig an. Haggag betont jedoch, dass Trumps diplomatisches Engagement in einer Vielzahl von Konflikten nicht als rein oberflächlich abgetan werden sollte, auch wenn es noch zu keiner endgültigen Lösung geführt hat.
Gleichzeitig lenkt Haggag den Fokus auf "die vergessenen Friedensstifter", lokale Akteure, die sich in hartnäckigen Krisengebieten unermüdlich für Frieden einsetzen. Gerade in Afrika leisten sie oft im Verborgenen wertvolle Arbeit.
Das Osloer Friedensforschungsinstitut Prio nennt auf seiner Kandidatenliste für den diesjährigen Preis ausschließlich Organisationen. Bemerkenswert ist die Nominierung des Freiwilligennetzwerks Emergency Response Rooms (ERR) aus dem Sudan, das trotz der schwierigen humanitären Lage vor Ort unermüdlich Hilfe leistet.
Auch wenn Trump weiterhin auf den Nobelpreis hofft, bleibt ungewiss, ob er auf der Nominierungsliste steht, denn die Frist endete bereits im Januar, kurz nach seiner Amtsübernahme. In den Wettbüros gelten unterschiedliche Einzelpersonen als Favoriten, darunter prominente Namen wie die syrische Aktivistin Abir Hadsch Ibrahim und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Es bleibt abzuwarten, ob Trump seine Ambitionen auf den Friedensnobelpreis im kommenden Jahr weiterverfolgen wird, sollte sich sein Nahost-Friedensplan tatsächlich als tragfähig erweisen.

