Ein Konklave mit Überraschungen: Kardinäle, Geheimnisse und ein bisschen Drama
In der Sixtinischen Kapelle versammeln sich Mittwoch die Kardinäle der katholischen Kirche, um über die Nachfolge von Papst Franziskus zu entscheiden. Während traditionell die Aufmerksamkeit auf die namhaftesten Kardinäle gerichtet ist, sind diesmal auch weniger bekannte Figuren und eine bemerkenswerte Frau im Fokus.
Der 91-jährige Giovanni Battista Re spielte nach dem Tod von Franziskus eine zentrale Rolle und leitete als Dekan des Kardinalskollegiums die Totenmesse im Vatikan. Trotz seiner bedeutenden Position ist er für das Konklave jedoch zu alt. Somit übernimmt Pietro Parolin, der derzeitige Kardinalstaatssekretär, als ranghöchster wahlberechtigter Kardinalbischof die Führung der Veranstaltung und zählt gleichzeitig zu den Favoriten für das Papstamt.
Dominique Mamberti, ein französischer Kurienkardinal, wird bald im Rampenlicht stehen, wenn er als Kardinalprotodiakon den neuen Papst verkündet, es sei denn, er wird selbst gewählt. Raffinierte Geheimhaltung zählt zu den Aufgaben von Raffaella Petrini, die als Präsidentin des Governatorats dafür sorgt, dass der reibungslose Ablauf des Konklaves gewährleistet ist.
Zu den jüngeren Gesichtern gehört der 45-jährige Ukrainer Mykola Bychok, der jetzt als Bischof in Melbourne tätig ist und erstmals in seiner neuen Heimat Australien die Papstwahl mitbestimmt. Der älteste wahlberechtigte Kardinal hingegen, Carlos Osoro Sierra, hatte das Glück, dass Franziskus' Tod rechtzeitig kam, um seine Stimme noch einbringen zu können.
Ein bizarrer Twist in der Personalakte betrifft Philippe Ouédraogo aus Burkina Faso, dessen Geburtsdatum sich scheinbar auf mysteriöse Weise änderte, was seine Teilnahme an der Wahl ermöglicht. Der Skandal um Angelo Becciu sorgte hingegen für Aufsehen, als der Italiener wegen Betrugs verurteilt und vom Konklave ausgeschlossen wurde. Kurzzeitig war er entschlossen, dennoch teilzunehmen, verzichtete dann jedoch auf sein Vorhaben.

