Wetter im Frühjahr

Ein Frühling wie ein Sommer? Zu sonnig und zu warm

29. Mai 2026, 14:01 Uhr · Quelle: dpa
Sommerliches Wetter - Schleswig-Holstein
Foto: Markus Scholz/dpa
Vor allem im Norden war der Frühling sonnig. (Archivbild)
Wärmer, sonniger, trockener: Der Frühling hat sich vor allem zum Ende hin noch mal von seiner milden Seite gezeigt. Besonders in einer Region war es sonnig.

Offenbach (dpa) - Der Frühling ist nach einer vorläufigen Auswertung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) deutlich wärmer und sonniger gewesen als im Schnitt. «Die Sonne spendierte außergewöhnlich viele Stunden und ließ das Frühjahr vielerorts eher an südlichere Breiten erinnern», schreibt der Wetterdienst in Offenbach.

Wie warm ist es gewesen?

Im Schnitt lag die Temperatur in Deutschland im Frühjahr bei 9,9 Grad und damit etwa 2,2 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. «Damit dürfte das Frühjahr 2026 zu den zehn mildesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 zählen», hieß es.

Auch «einzelne Kälterückfälle Ende März und um die Eisheiligen» hätten daran wenig geändert. Am kältesten war es in diesem Frühjahr laut Auswertung am 28. März in Oberstdorf mit Minus 15,5 Grad. 

Der höchste Wert steht laut DWD aber noch aus: Am Samstag werden im Oberrheingraben etwa 34 Grad erwartet. Vor allem das warme Maiende habe die Gesamtbilanz nach oben geschraubt und dem Frühjahr «einen sommerlich bis regional hochsommerlichen Schlusspunkt» gegeben.

Ein Bundesland besonders trocken

Laut Wetterdienst fielen bundesweit rund 126 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. Das seien nur etwa 68 Prozent des langjährigen Mittels. «Besonders trocken verlief der April, der nur gut die Hälfte seines Niederschlagssolls erreichte.»

Am meisten regnete es demnach im Mittelgebirge und am Alpenrand – hier kamen örtlich etwa 250 Liter pro Quadratmeter zusammen. Am heftigsten traf es diesen Frühling Röbel/Müritz in der Mecklenburgischen Seenplatte. Dort seien Mitte April etwa 83,4 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gefallen – «mehr als sonst in einem durchschnittlichen April».

«Während lokal also Wasser in äußerster Wucht fiel, blieb es in Teilen Süddeutschlands außergewöhnlich trocken», schreibt der Wetterdienst. Bayern steuere nach den jüngsten Berechnungen sogar auf das trockenste Frühjahr seit 1881 zu.

Viele Sonnenstunden im Norden

Rund 692 Stunden Sonne gab es laut DWD im Frühling. Der Wert liegt laut Experten etwa 48 Prozent über dem Mittel. Bereits 2025 habe es ein außergewöhnlich sonniges Frühjahr gegeben, hieß es. 2026 sei das zweite Sonnenscheinextrem in Folge. 

«Besonders im Norden und Nordosten erreichte die Sonne gebietsweise über 750 Stunden – ein Rekord-Lichtangebot, das stellenweise eher an südlichere Breiten als an ein klassisches mitteleuropäisches Frühjahr erinnerte», teilte der DWD mit. 

Wo war es am sonnigsten und wo am trockensten?

Die meisten Sonnenstunden hatte im Bundesländervergleich die Hauptstadt. Dort schien 741 Stunden lang die Sonne – auch ein Rekordwert für ein Frühjahr in Berlin. Auf Platz zwei liegt Mecklenburg-Vorpommern. Das Bundesland habe mit rund 737 Stunden ebenfalls ein außergewöhnliches Niveau erreicht, hieß es. Auch in Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Brandenburg schien die Sonne mehr als 700 Stunden.

Am trockensten war es laut Auswertung in Bremen und Berlin – hier kamen nicht mal 100 Liter pro Quadratmeter Niederschlag zusammen. In Nordrhein-Westfalen kamen von März bis Mai hingegen rund 182 Liter pro Quadratmeter runter. «Damit blieb NRW zwar unter dem Soll, gehörte im Ländervergleich aber zu den nassesten Regionen des Frühjahrs.»

In welchen Bundesländern war es am wärmsten?

Im Saarland war es zwischen März und Mai im Schnitt am wärmsten. Eine Mitteltemperatur von 11,2 Grad sei außergewöhnlich, schrieb der DWD. Vor allem die hochsommerlich geprägte letzte Maidekade habe das Temperaturniveau deutlich nach oben geschoben. Zeitweise seien dabei über 30 Grad gemessen worden. Auf Platz zwei folgte Rheinland-Pfalz mit 10,8 Grad. 

Am niedrigsten waren die Temperaturen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern mit 9,1 Grad. «Am Fichtelberg fiel Mitte Mai noch einmal Schnee», schrieb der Wetterdienst.

Und wie war das Wetter im Mai?

«Der Mai 2026 war ein Monat der Gegensätze: Erst machten die Eisheiligen ihrem Namen alle Ehre, dann brachte das Monatsende vielerorts hochsommerliche Temperaturen», schreibt der Deutsche Wetterdienst zu seiner Mai-Bilanz. Beim Niederschlag sei Deutschland insgesamt knapp unter dem Soll geblieben. Die Sonne hingegen zeigte sich nahezu überall häufiger als üblich.

Im Mai waren es im Schnitt demnach 14,1 Grad. Der Wert lag 2,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Es fielen rund 65 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. «Damit erreichte der Monat gut 92 Prozent des Niederschlags der international gültigen Referenzperiode», hieß es. Der letzte Frühlingsmonat kam laut DWD auf 254 Sonnenstunden – deutlich mehr als im Schnitt. «Besonders hohe Werte um 300 Stunden wurden gebietsweise im Norden, Nordosten und Süden erreicht.»

Wie kommen die Daten zustande?

Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht die Daten nach einer Auswertung der Ergebnisse seiner rund 2.000 Messstationen. Alle Werte sind vorläufig. Die Sonnenscheindauer wird etwa teilweise aus Satellitendaten abgeleitet. Die Daten für die letzten drei Tage des Frühjahrs basieren auf Prognosen.

Wetter / Deutschland / Frühling / Temperatur / Niederschlag / Sonnenstunden / DWD
29.05.2026 · 14:01 Uhr
[1 Kommentar]
Steffen Kotré (Archiv)
St. Petersburg - Mehrere hochrangige AfD-Funktionäre wollen Anfang Juni zu einem Wirtschaftskongress im russischen St. Petersburg reisen. Das berichtet das Nachrichtenportal "T-Online". Der wirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Steffen Kotré, hat dem Portal seine Teilnahme ebenso bestätigt wie der sächsische AfD-Landeschef und - […] (00)
vor 10 Minuten
Viele Raucher glauben, sie hätten ihren Konsum im Griff und würden nur in bestimmten Situationen – etwa zum Kaffee oder in der Gesellschaft von Freunden – zur Zigarette greifen. Doch eine aktuelle Umfrage der Plattform Vapeglobe.de räumt nun gründlich mit diesem Mythos auf. Die Daten von 1.000 Teilnehmern zeigen: Das Rauchen in Deutschland ist ein […] (00)
vor 3 Stunden
Apple TV kündigt neue Thrillerserie Last Seen an
In dieser Woche hat Apple TV die neue Thrillerserie Last Seen offiziell angekündigt. Die Story verspricht Hochspannung: Ein Ermittler erhält plötzlich einen Anruf von seiner Tochter, die seit elf Jahren als vermisst gilt. Die Serie basiert auf dem packenden Roman The Dispatcher. Werbetafel […] (00)
vor 1 Stunde
Valves Steam Deck OLED knackt die 900-Euro-Marke – und das ist erst der Anfang
Valves Steam Deck OLED ist zurück auf Lager. Die Freude darüber dürfte sich bei den meisten Interessenten allerdings in Grenzen halten, sobald sie den neuen Preis sehen. Das 512-GB-Modell springt von 549 auf 789 US-Dollar (779 Euro), die 1-TB-Variante klettert von 649 auf satte 949 US-Dollar (919 Euro). Valve begründet den Aufschlag von 44 […] (00)
vor 2 Stunden
Jagoda Marinic startet zweiten ARD-Podcast
Mit «Marinics Freiheit» erweitert die Autorin und Publizistin ihr erfolgreiches Audio-Angebot um ein Analyseformat für gesellschaftliche Debatten. Die Schriftstellerin, Kolumnistin und Podcasterin Jagoda Marinic erhält ein weiteres Podcast-Format in der ARD. Ab dem 5. Juni erscheint Marinics Freiheit in der Audioplattform ARD Sounds (früher: ARD Audiothek). Der neue Podcast wird im Zwei- […] (00)
vor 5 Stunden
Autogrammstunde Manuel Neuer
Herzogenaurach (dpa) - Als Kapitän Joshua Kimmich seine WM-Botschaften im klimatisierten Mediensaal verkündet, herrscht rund 500 Meter Luftlinie entfernt ein Mega-Hype um Deutschlands Rekordtorhüter. Rund 1.000 Fans stehen zwei Tage vor dem vorletzten WM-Test der Fußball-Nationalmannschaft gegen Finnland in Herzogenaurach teilweise seit dem frühen […] (00)
vor 2 Stunden
Ungarns neuer Ministerpräsident Magyar in Brüssel
Brüssel (dpa) - Nach dem Regierungswechsel in Ungarn will die Europäische Kommission festgesetzte EU-Mittel in Höhe von bis zu 16,4 Milliarden Euro für das Land freigeben. Der Großteil des Geldes solle fließen, wenn von Ungarn beschlossene Reformen und Investitionen umgesetzt seien, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Der neue […] (00)
vor 36 Minuten
Green Bridge Metals Corp. gibt erste Analyseergebnisse aus dem Bohrprogramm bekannt
Lüdenscheid, 29.05.2026 (PresseBox) -   Dies ist eine bezahlte Werbung im Namen von Green Bridge Metals Corp. Green Bridge Metals Corp. (ISIN: CA3929211025 | WKN: A3EW4S), Green Bridge oder das Unternehmen, freut sich, erste Analyseergebnisse aus seinem Phase-1-Diamantbohrprogramm im Projekt Titac bekannt zu geben, das sich im South Contact […] (00)
vor 1 Stunde
 
kostenloses stock foto zu barmherzigkeit, bäume, bedeckt
Freitag mit Sonne und aufziehenden Schauern Am Freitag scheint verbreitet die Sonne, besonders […] (00)
Chemie-Anlagen (Archiv)
Frankfurt am Main - Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist schwach ins Jahr 2026 […] (00)
Daniela Klette
Verden (dpa) - Das Urteil gegen die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette vor dem […] (00)
ESN Europa der Souveränen Nationen
Brüssel (dpa) - Die Überwachungsbehörde für europäische Parteien hat Hinweise auf […] (00)
Geopolitischer Kontext und Marktreaktion Die jüngste Volatilität der Ölpreise […] (00)
French Open
Paris (dpa) - Der noch immer erschöpfte Jannik Sinner schleppte sich eine Stunde nach […] (03)
Landwirtschafts-Simulator 25 bringt in Update 6 neue Fahrzeuge
Mehr John Deere für virtuelle Landwirte: Publisher und Entwickler GIANTS Software hat […] (00)
Scythe präsentiert den neuen Magoroku CPU-Kühler für AMD und Intel
Nach kurzer Abwesenheit meldet sich Scythe auf dem deutschen Markt zurück und stellt […] (00)
 
 
Suchbegriff